Das war nicht sein endgültiges Ziel. Schon vor der Erwerbung von Schellenberg hatte er den Fürsten Johann Adam darauf hingewiesen, dass es sich um eine Angelegenheit handle, die zum Ansehen der ge- samten Familie von grösstem Werte sei. Zielbewusst arbeitete er in diesem Sinne weiter. Der junge Fürst Josef Wenzel, Urenkel des Fürsten Gundacker, war im Testamente des Fürsten Johann Adam zum Erben bestimmt, und damit zum Herren der Grafschaft Vaduz und der Herrschaft Schellen- berg geworden. Er stand damals erst im Alter von 16 Jahren. Anton Florian aber war Regierer des Hauses Liechtenstein. Um für die ganze Familie und für alle Zeiten die Aufnahme in den Reichstag zu erwirken, kam am 12. März 1718 ein Permutationskontrakt, also ein Tauschvertrag, zustande: Fürst Anton Florian übernahm Schel- lenberg und Vaduz und gab dem Fürsten Josef. Wenzel die um vieles ertragreichere Herrschaft Rumburg in Böhmen, und zwar mit der Zu- stimmung aller Familienmitglieder. Es geschah «zur Aufnahme der Familie, dann zur Perpetuierung des vom Fürsten Antonio in das Reichsfürstencollegium requierierten Voto et sessionis und zu desto besserer Versorgung der fürstlich philippinischen Linie», und zum grösseren Ansehen des Hauses. Der Vertrag ist nicht nur von den Angehörigen des Hauses, dem Fürsten Walter von Dietrichstein und Reichsgrafen Maximilian Ulrich von Kaunitz als Vormünder des Fürsten Josef Wenzel, sondern auch von einer ganzen Reihe von befreundeten Zeugen aus dem Hochadel unterzeichnet und gesiegelt, darunter auch von Graf Franz Ferdinand Kinsky von Chinitz und Tettau. Kaiser Karl VI. wird um Bestätigung und Approbation gebeten, die er am 8. Juni erteilt. Weil sie «zu fernerer Aufnahm und Zierde und gutem Vernehmen, Nutzen und Wohlstand ihres Fürstenhauses ge- reiche», erfolgt die Bestätigung «mit wohlbedachtem Mut, gutem zei- tigem Rat und rechtem Wissen». Schon bei den Plänen der Erwerbung von reichsfreien Herrschaften war immer der Gedanke mitbestimmend, die Bitte an den Kaiser zu stellen, sie zum Range eines Fürstentums zu erheben. Diesen Weg beschreitet nun Fürst Anton Florian: Als Besitzer der Grafschaft Vaduz und der Herrschaft Schellenberg stellt er an den Kaiser den Antrag auf Erhebung zu einem Fürstentum. Ein schriftliches Ansuchen ist nicht 40
        

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