Die Vorschläge sind sehr allgemein gehalten, aber der junge Fürst legt der Familie ernste Gedanken vor: Der Direktor des Hauses (also Carl Eusebius als Regierer) möge alle Verwandten zusammenrufen, eine Konferenz soll gehalten werden, die genaue Beschlüsse über das weitere Vorgehen fasst, um das Werk mit Ernst zu betreiben. Nur in gemeinsamer finanzieller Anstregung sei es möglich; aber dann so gut wie sicher zu erreichen. Es sei unbillig, dem Regierer alles zuzumuten. «Ich meinerseits offeriere alles, was ich effektive besitze. Wenn jeder dies tut, geht das Werk leicht, denn besser ist's, frei mit einem Stück Brot und Wasser sich zu ernähren, als in dauernder Abhängigkeit mit Papageienzungen gespeist zu werden» ist der eigenartige Schluss der Schrift. Die Pläne werden nicht ausgeführt; Fürst Carl Eusebius schreibt vielmehr drei Jahre später an den Fürsten Gundacker: «Da wir jetzt uns zu begütern keine Mittel haben, so wird die Begüterung anitzo nicht geschehen können». Erst 1665 tauchen in den Akten neue Namen auf: Die Stadt Strass- burg sei bereit, Herrschaften im Elsass zu verkaufen, die Reichsvogtei Ortenau vielleicht vom Markgrafen von Baden zu erwerben, das bra- bantische Lehen Wittheim und das Innsbrucker Lehen Geroldseck zu verkaufen, und zum ersten Male ist 1680 von einem Gebiete in unserer Nähe, Bludenz und Sonnenberg, die Rede. Drei Jahrzehnte sind wieder verstrichen. Im Jahre 1686 starb Fürst Carl Eusebius, der mehr als fünfzig Jahre Regierer des Hauses Liechtenstein gewesen war, und hinterliess seinem Sohne Johann Adam Andreas Schulden in der Höhe von 800000 Gul- den, aber auch eine geordnete Verwaltung der Güter. Als Mann von unerhörter Tatkraft setzte Fürst Hans Adam das Werk seiner Vorgänger fort. Im Jahre 1689 gewinnt er den Reichssekretarius von Consbruch dazu, sich für ihn um freiwerdende Reichsgüter umzusehen, und dieser berichtet gleich von drei Möglichkeiten des Kaufes: Die Grafschaft Megen in Holland, das-Rittergut Angelberg bei Kempten und die Herr- schaft Hohenzimmern der Stadt Rottweil in Schwaben kommen in Betracht. Im gleichen Jahre bietet Graf Jakob Hannibal von Hohenems die Herrschaft Schellenberg zum Kaufe an, aber er ist zur Veräusserung 32
        

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