man eine scheue Anlehnung an einen anspruchsvolleren Fassaden- schmuck denken, etwa an das Liechtenstein-Haus in Feldkirch, das zu Beginn des 18. Jahrhunderts erbaut wurde;25 denn durchgehende Horizontalgliederungen an einfachen Steinbauten sind sehr selten.26 Bei der jüngsten Renovation wurde der weit fassbarere Befund aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts als Grundlage für die Fassadengestal- tung dem von 1550 vorgezogen. Lediglich die gotischen Ornamente an den Estrichfenstern und die Fensterformen erinnern neben dem ge- schilderten baulichen Urbestand an die erste Bauperiode. Dass inner- halb der geschilderten Baüphasen weitere kleine bauliche Verände- rungen in zeitlicher Staffelung stattfanden, ist durchaus wahrscheinlich, aufs Ganze gesehen aber unerheblich. Durch die Renovation des Rheinbergerhauses blieb Liechtenstein ein bedeutendes historisches Bauwerk erhalten. Ob unter dem Bauwerk noch ältere Bestände nachzuweisen wären, blieb unerhoben, so dass die Mög- lichkeit des Nachweises eines noch früheren Objektes, aus der Zeit vor 1550, offen bleibt. Die im Baubefund von 1550 leicht nach Osten abge- knickten Keller könnten neben der geschilderten Nachbarschaft alter Bauten auf einen Vorläufer des bestehenden Hauses weisen. Jedenfalls war die heutige Musikschule als Amtshaus in der Zeit vor 1600 neben dem Schloss Vaduz ein Zentrum der Landesverwaltung. Als Geburtshaus des Komponisten Joseph Rheinberger ist das Haus ein nationales Denkmal geworden. Die verantwortlichen Instanzen ha- ben in Erkenntnis der Zusammenhänge mit Grosszügigkeit und Ein- fühlungsvermögen das historische Gebäude erhalten und als musikali- sches Zentrum Liechtensteins ausgebaut, so dass hier das Vergangene in sinnvoller Weise für die Zukunft fruchtbar wird. 25 Vgl. Arthur Hager, Das ehemalige fürstlich liechtensteinische Haus in Feldkirch, JBL 1964, 141 ff.; Dagobert Frey, Die Kunstdenkmäler des poli- tischen Bezirkes Feldkirch, Wien 1958, p. 243, Abb. 176. 26 Simonett Christoph, 1. c, II. Bd. p. 133, Abb. 384. 232
        

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