ursprünglichen Charakter. In Graubünden ist der vom Süden zugäng- liche Korridor sehr beliebt, und auch im neuen Landesmuseum in Vaduz finden wir die gleiche Disposition. Vom Gang aus gelangte man vor der Holzstiege durch eine Türe in einen gewölbten Weinkeller, aus dem ein - Aufenthaltsraum für die Musikschüler entstand. Dabei vermauerte man die in den nördlich an- stossenden Keller führende Türe. Das Südfenster erwies sich als alter rundbogiger Kellereingang, den der Architekt zum Rundbogen-Fenster umformte (Plan I, III). — Der nördlich anstossende gewölbte Keller- raum musste seines Zweckes entfremdet werden, indem er aufgefüllt zur Garderobe Raum bot. Die leicht nach Osten abbiegende Knickung der östlichen Hausmauer konnte bei der Renovation nicht erklärt wer- den. Es ist durchaus möglich, dass durch alte, uns nicht mehr eruierbare bauliche Situationen die Knickung in der Nordwand verursacht wurde. Diesem grundrisslichen Urbestand musste zu Beginn des 18. Jahr- hunderts an der Nordfassade eine Küche, wie sie Schuppler 1826 um- schrieb, beigegeben worden sein. Die grosse Küche unterteilte man später in zwei Räume. In ötslicher Richtung lag ein (heute entfernter) gewölbter Keller aus der Umbauzeit zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Das erste Stockwerk wies mehr oder weniger die gleiche Einteilung wie das Untergeschoss auf. Vom gleichgerichteten Gang wie im Par- terre erreichte der Eintretende drei Schlafzimmer, wovon das Zimmer in der Nord-Westecke wiederum aus einer späteren Bauphase stammt (Plan II). Das Zimmer in der Süd-Westecke barg unter dem Putz in der Südwand zwei Nischen (Abb. III). Die übrigen Zimmer waren in dem von Schuppler 1826 geschilderten Zustand, verlotterten aber wegen versäumter Wartung immer mehr. Bei der neuesten Renovation unter- teilte der Architekt das Zimmer in der Nordwestecke des ersten Ge- schosses und erhielt dadurch mehr Übungsraum für den Musikunter- richt (Plan IV). Die Nordwand der alten Kammer barg wiederum zwei Nischen. Wie es sich für ein herrschaftliches Haus geziemte, erstellte man in der zweiten Bauphase zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein •«Heimlichgemach». Der Dachraum des alten Rheinbergerhauses besass um 1826 ein nach Westen gerichtetes, nicht heizbares «Sommerzimmer», vermutlich eine Zutat zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Ursprünglich spendeten nur zwei 228
        

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