Bau, so dass ein streitbarer, christlicher Mitbruder den Bewohner des ersten Pfrundhauses schlicht «Staudenpropst» nannte.9 Die muffigen und lichtarmen Wohnräume des zweiten und dritten Hofkaplanes im Tschaggaturm motivieren die angriffigen Äusserungen. Das Haus des ersten Hofkaplanes wurde in den obrigkeitlichen Urbarien nicht ge- nannt — und deshalb auch beinahe in der Literatur vergessen — weil die Rechte und Güter von St. Florin in «seinem sonderbahren vrbar begriffen» waren.10 Baugeschichte auf Grund der Urkunden Die erste urkundliche Erwähnung der heutigen Musikschule datiert aus dem Jahre 1613, aus der Zeit des Überganges der Grafschaft Vaduz aus sulzischem in hohenemsischen Besitz. Das Sulzisch-Hohenemsische Urbar notiert bei der Aufzählung der obrigkeitlichen Häuser: «Ein an- der ambtshaüs neben der Kirche gelegen». Gleichzeitig wird die Land- vogtei als das «newe ambtshaüs im Dorff Vadücz negst der Taffern» genannt.11 Das «newe ambtshaüs» ist die Landvogtei, errichtet um 1600. Im Gegensatz zu diesem Gebäude wird die Musikschule als das «ander ambtshaüs» bezeichnet, im ganzen zweifellos ein Hinweis, dass es älter ist als die Landvogtei. Die nächste, mir bekannte urkundliche Erwähnung desselben datiert aus dem Jahre 1815, als Landvogt Joseph Schuppler das Gebäude als Renthaus bezeichnete. Zum Haus gehörten «Schöpfen und Stallungen» und ein an die Landtstrasse anstossende «Küchl», sowie ein «ander. Baümgarten».12 Weit ausführlicher schildert es Landvogt Schuppler in einem Be- richt vom 21. März 1826: «Das Renthaus solid gebaut, mit einem Ziegeldach. Hierin befinden sich im Erdgeschosse in der westlichen Front ein Wohnzimmer mit Rohrdecke, neben diesem die Casse, 9 Fetz Joh. Franz, 1. c, 251. 10 LUB 1/4, 438. 11 LUB 1/4,.353 f. mit weiteren Belegen und Hinweisen. 12 Joseph Schuppler. «Beschreibung des Fürstenthums Lichtenstein», 1815, Regierungsarchiv Vaduz. 225
        

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