2. die Gottesdienste können nur selten oder gar nicht besucht werden. Nach Peller: «anstatt dass sie sich ihrer Schuldigkeit gemäss zur selbiger verstiegen, um aldorten denen Predigen und Christenlehren beyzuwohnen, hören sie nur an auf dem Schloss zue Vadutz umb 10 Uhr ein Jägermess, ja sogar versäumen sie auch dise bey . . . schneereichem Wetter»; 3. die christliche Unterweisung der Jugend erleide Nachteile; 4. oft müssten die Kranken ohne die hl. Sakramente sterben. Nach Peller: «Zue deme haben manche Kranke ihre Seel in die Ewigkeit geschicket noch bevor dise der einberufte Priester zue einem gefähr- lichen Streit bey welchem der geschworene Seelenfeind alle Kräfte aufbietet, den Mensch um Himmel und Seligkeit zue bringen, mit denen nothwendigen heiligen Sacramenten hat betasten (= verse- hen) können». Dekan Peller27) bat den damaligen Landvogt Grillot um seine hilf- reiche Hand und richtete an ihn die Bitte: «es möchte auf dem Berg eine neue Pfarr errichtet werden». Der Landvogt liess sich «dises auf die Ehr Gottes und das Seelenheil abzilende Werkh gefallen». Sofort ver- fasste er ein Memorial und sandte dasselbe mit einem so kräftigen Emp- fehlungsschreiben an S. D. Fürst Joseph Wenzel, «dass Höchstselber nit nur die Errichtung einer neuen Pfarr guetheissen, sondern auch durch eine hinlängliche Stiftung die Unterhaltung ihres zukünftigen Seelsor- gers anzuschaffen gnädigst hat gewähren wollen». Nun hatte Richter Danner sein erstrebtes Ziel ereicht. Gleich ging er mit dem guten Beispiel voran und wurde auch zum hervorragenden Wohltäter28) der neuen Pfarrkirche. So vermachte («legavit») er 100 fl. seiner geliebten Pfarrkirche. Ebenso bezahlte er 20 fl. aus seinem eige- nen Geldbeutel («ex suo marsupio») für ein neues Prozessionskreuz. Das Lebensende von Richter Danner ist tragisch. In Gemeinde-An- gelegenheiten2!l) («negotiis communitatis») ging er im Auftrag der Ge- meinde nach Graubünden, wohl in Zins- oder sonstigen Geldangelegen- heiten. Welchen Ort er in Graubünden besuchte, ist nicht gesagt. Viel- -') Dekan Peller, Schreiben vom 16. Mai 1767 im bischöfl. Archiv in Chur. 2S) Liber Mortuorum/ Triesenberg sub anno 1779. 29) Liber Mortuorum / Triesen sub anno 1779. 178
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.