Fürst Anton Florian Fürst Anton Florian, Enkel Gundackers und Sohn des Fürsten Hart- mann, war sorgfältig auf den Staatsdienst vorbereitet worden. 1689 wurde er Gesandter beim Vatikan, wo er sechs Jahre blieb, bis er zum Erzieher des Erzherzogs Karl, des späteren Kaisers Karl VI., berufen wurde, der zum spanischen Thronanwärter bestimmt war. Gleichzeitig war er Mitglied des Geheimen Rates des Kaisers. Im Jahre 1700 starb König Karl von Spanien, und um das Erbe des Kinderlosen entbrannte der Spanische Erbfolgekrieg. Fürst Anton Florian begleitete seinen ehemaligen Zögling, der als Karl III. zum König von Spanien proklamiert worden war, sich aber schliesslich gegen seinen Gegner Philipp von Anjou nicht durchsetzen konnte. Als Premierminister lei- tete Anton Florian die Politik seines Herrn, ein höchst undankbares Amt, denn die Bundesgenossen, Engländer und Portugiesen, führten den Krieg nur lässig, Geldmittel fehlten sozusagen ständig, und die spanischen Anhänger Karls waren unter sich uneinig. Nach wechseln- dem Kriegsglück standen entscheidende Kämpfe bevor. Da starb 1711 Kaiser Josef I., und König Karl musste als sein Nach- folger nach Wien zurückkehren, begleitet vom Fürsten Anton Florian, der in den neuen Staatsrat berufen wurde — sein Name stand an der Spitze der Liste — und seinen Herrn auch zur Krönung nach Frankfurt begleitete. Dort ernannte ihn Kaiser Karl VI. zum Obersthofmeister, und er blieb im Staatsdienste bis zu seinem Tode. Seine vielfachen Verdienste und das hohe persönliche Ansehen beim Kaiser waren der Grund, weshalb er für seine Person im Jahre 1712 in den Reichsfürstenrat aufgenommen wurde, ein grosses und altes Ziel somit erreicht hatte. Der Tausch von Vaduz und Schellenberg gegen Rumburg in Böhmen, den er mit dem Fürsten Josef Wenzel im Jahre 1718 vollzog, war mit der klaren Absicht geschehen, die beiden Gebiete zu einem Fürstentum erheben zu lassen. Der Kaiser erfüllte sogleich seine Bitte. Fürst Anton Florian wurde als Regierer des Hauses am 23. Januar 1719 Inhaber eines reichsunmittelbaren Fürstentums, das den Namen des Hauses Liechtenstein erhielt. 20
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.