tigt uns die Ubergabe vom Malbun — das sie vormals schon hatten — als Erblehen an die Einwanderer. Der jährliche Zins von «8 Pfund Pfenning», war jeweils auf Martini an die Kirche in Schaan zu ent- richten. Gleich von Anfang an bildeten sie ein eigenes Gemeinwesen; kirchlich2) aber blieben sie mehr als 450 Jahre von den Pfarreien Triesen und Schaan abhängig. Zur Pfarrei Triesen gehörte der südliche Teil, so: Masescha, Guflina, Gnalp und Parmetz; später auch die tiefer bewohn- ten Weiler: Lavadina, Steinort, Jonaboden, Gartschind, Gufer, Litze und Wangerberg. In Schaan war der nördliche Teil eingepfarrt: Rotenboden, Frommenhaus, Mattla und Profatscheng. Diese Zwei-Teilung ist etwas eigenartig. Sie erklärt sich aber aus den weit zerstreuten und entfernten Siedlungspunkten. Erster religiöser Mittelpunkt der Walser in ihrer eigenen Gemeinde war Masescha3). Hier bauten die Wallisersprossen wohl bald nach ihrer Ansiedlung — sicher im frühen 14. Jahrhundert — eine Klein- Kapelle. Der älteste Bauteil der Kapelle ist ohne Zweifel der Chor. Er scheint ehemals einen kleinen Betraum gebildet zu haben, denn inner- halb des heutigen Schiffes kamen bei Grabungen anlässlich der Reno- vation anno 1950 keine Fundamente eines älteren Langhauses zum Vorschein. Anhand von Baufugen konnte genau festgestellt werden, dass das heute bestehende Kapellenschiff erst in einer zweiten Etappe angebaut wurde. Die erste urkundliche Erwähnung des Kirchleins auf Masescha er- folgt aber erst 1465.4) In diesem Jahre «beurkunden die Kirchenpfleger von Unser lieben Frauen-Kapelle auf Misöschen der Witwe Margaretha Schlegel den richtigen Empfang des Zehnten ab einem Gut auf Misö- schen». Das Patronat des hl. Theodor (Theodul) scheint erst anno 1595 auf. Vermutlich wurde aber Theodul gleich von Anfang an als Neben- patron verehrt. Sehr häufig hatte der Pfarrer von Triesen in der Masescha-Kapelle zu funktionieren.3) Die meisten Taufen und Eheschliessungen der Trie- -) JBL/Bd. 2, S. 129. 3) Erwin Poeschel, Kunstdenkmäler des F. L., S. 146 und 299. ") JBL/Bd. 8, S. 111. 5) JBL/Bd. 2, S. 50 und Bd. 21, S. 100. 168
        

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