Fürst Johann Adam Andreas Fürst Johann Adam, von seinen Zeitgenossen Hans Adam der Reiche genannt, war ein Finanzgenie. Sofort nach Übernahme der Besitztümer rationalisierte er den Betrieb, modernisierte er ihre Wirtschaft und zog bald aus ihnen sehr grosse Einkünfte. Vorübergehend war er für den Kaiser zur Reorganisation des Ver- waltungswesens und als Präsident der neu errichteten Girobank, der Staatsbank, tätig, nahm aber den Abschied, um sich seinen eigenen An- gelegenheiten widmen zu können. Es war ihm nicht nur möglich, eine Reihe von Gütern für das Für- stenhaus zu erwerben, sondern auch dem Staate Darlehen im Gesamt- betrage von etwa einer halben Million Gulden zu gewähren. Fürst Hans Adam baute in Wien die beiden prächtigen Barockpa- läste, die zu den schönsten Bauten der Kaiserstadt zählen. Sowohl das als Sommersitz gedachte Rossauer Palais als auch das Stadtpalais in der Bankgasse wurde von dem berühmten Barockbaumeister Domenico Martineiii errichtet, und besonders das Stadtpalais wurde mit Gemälden aus Neuerwerbungen ausgestattet. Bekanntlich erwarb der Fürst 1699 die Herrschaft Schellenberg und 1712 die Grafschaft Vaduz, beides reichsunmittelbare Gebiete, und es gelang ihm damit der entscheidende Schritt, für die Familie die Auf- nahme in den Reichsfürstenrat vorzubereiten. Ein plötzlicher Tod brachte es mit sich, dass er den Erfolg dieses Strebens nicht mehr er- leben durfte. Eine Woche nach der Huldigung des Volkes der Graf- schaft Vaduz, der rechtlichen Voraussetzung für die Übernahme des Landes, und in den letzen Auseinandersetzungen um Anerkennung seiner Bewerbung um die Aufnahme in den Reichstag starb er, erst fünfzig Jahre alt, und ohne einen Nachkommen zu hinterlassen. 18
        

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