St. Katharinabrunnen, Balzers (Abb. 14) Das einzige Kind der Balzner Müllersleute fiel in den Mühlgraben und geriet in der Folge in das sich drehende Mühlenrad. Die Mutter des Kindes versprach der hl. Katha- rina (Patronin der Müller) zu ihren Ehren ein «Kappile» erbauen zu las- sen, wenn das Kind mit dem Leben davon käme. Das Kind konnte un- verletzt geborgen werden. Durch die Errichtung dieses Bildstöckchens wurde das gegebene Versprechen eingelöst. Das «Kappile» enthält ein bild der hl. Katharina mit dem Rad, gemalt vom Balzner Maler Leo Wolfinger. 
Abb. 14 St. Katharinabrunnen, Balzers Die «Kappile» «uf da Wesa» (auf den Wiesen) Triesen (Abb. 15 u. 16) Nach glücklichem Abschluss der Hexenprozesse und nachdem be- reits die ersten «Brenner» als «Tobelhocker» im Lawenatobel hausten, sollen sich einige Triesner dieser armen Seelen erbarmt haben und er- bauten nächst der Gemeindegrenze ausserhalb des Tobels an der da- maligen Landstrasse Triesen-Balzers ein Bildstöckchen, dessen Öffnung gegen die Rheinebene gerichtet war, (also Blickrichtung aus dem Tobel heraus westwärts), um so den armen, ins Tobel verbannten Seelen den Weg aus dem Tobel frei zu machen. (Abb. 15). Als dann kurz darauf die Balzner von diesem «Kappile»-Bau und dessen Hintergründen Kenntnis erhielten, beschlossen sie zu einer Ge- genaktion zu schreiten. Zuerst plünderten sie das von den Triesnern erstellte Bildstöckchen vollkommen aus und erbauten schräg gegen- über auf Balzner Boden innert kürzester Frist ein anderes «Kappile», das aber im Gegensatz zum Triesner in Richtung Lawena-Tobel (also ostwärts) blickt, auf dass den ins Lawena-Tobel verbannten Seelen je- der Wegzug bis zum jüngsten Tage verwehrt sein sollte. (Abb. 16). 147
        

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