«Zudem machte die todbringende Seuche, die Pestilenz, ihre Wande- rungen von Haus zu Haus und raffte viele hinweg».11) In der Pfarrei Bendern hat die Pest im Jahre 1629 «bei 60 Personen hinweggerafft».12) Heibert schreibt: «1782, Die Pferdekrankheit kam nach Gamprin, da hat man Bittgänge und das zwölfstündige Gebet angestellt und ist der barmherzige Gott besänftigt worden».13) Ob es sich um eine Pferde- pest handelte ? In der Gamprin benachbarten Gemeinde Ruggell steht nämlich «i da Studa» (in den Stauden) ein Rosspest-«Kappile». (Abb. 12). Es könnte hier vielleicht ein Zusammenhang bestehen, dies um so mehr, als in der Chronik Kaiser-Büchel festgehalten ist: «Ruggell» (Roneale, d. h. Reute) am Rhein mit einer Fähre über diesen Fluss. Hier wurden von altersher Viehmärkte, besonders Pferdemärkte gehalten, weshalb Ruggell in alten Urkunden stets oppidum, d. i. Pferdemarkt- flecken genannt wird.14) Der schon erwähnte Franz Hula hält folgende, für Österreich schwere Pestjahre fest: 1349, 1370, 1381, 1410/11 1490, 1521, 1529, 1541, 1563, 1570, 1645, 1678, 1691 und 1713/14 fest.15) Dass davon sicherlich auch einige unser Land betrafen steht wohl fest. Leider klaffen in unseren Pfarrei- und Gemeinde-Archiven gerade über diese Zeiten grosse Lücken, da zu Föhnzeiten, bei der damaligen Bauweise in einem Brandfalle nicht nur viele Häuser, sondern ganz sicher auch manche Archive den Flammen zum Opfer fielen. In Gamprin, an der Strasse nach Schellenberg, steht das sog. «Ober- bühlkappile» und ob Mauren das «Bühlkappile» die beide jedoch grös- senmässig den Rahmen des «Bildstockes» überschreiten, da in beiden dieser Kapellen mehrere Personen Platz finden und im «Oberbühl- kappile» auch noch gelegentlich die hl. Messe gefeiert wird. ") J. B. Büchel in JBL 2, Seite 60. '-') J. B. Büchel in JBL 23, Geschichte der Pfarrei Bendern, Seite 54. 13) Helbert'sche Chronik. 14) Peter Kaiser, Geschichte des Fürstentums Liechtenstein. Zweite verbesserte Auflage von J. B. Büchel 1923, Seite 195. li) Franz Hula, Die Totenleuchten und Bildstöcke Österreichs. 143
        

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