littenheiten, welche dieses kleine Land von 1794 bis 1802 zu tragen hatte, beliefen sich nach amtlicher Schätzung auf fast 1 Million Gulden». Im Mittelalter Streitplatz der Grafen, Herren und Klöster, gelegen in einem Föhntal, wo oft schon ein Funke genügte, die früher noch mit Holz gedeckten Häuser immer wieder grösseren oder kleineren Brand- katastrophen zum Opfer fallen zu lassen. Dass solche Voraussetzungen kein günstiger Nährboden für irgend- eine weitergehende künstlerische Betätigung oder Schöpfung sind, liegt auf der Hand. Um so erfreulicher ist es daher, dass wir doch noch einige «Kappile» im Lande haben, die bis ins 16. ja sogar 15. Jahrhundert zurückgehen, bezw. wenigstens deren Ursprünge. Wir können erkennen, dass die Einteilung nach Bauperiode und künstlerischem Stil auf die Werke in unserem Lande kaum anzuwen- den ist. Eine Gruppierung ergibt sich am besten aus den Anlässen der Errichtung der Erinnerungsmale. Solche Anlässe sind in unserer Heimat: 1. Pest und andere Krankheiten 2. Unglücksfälle 3. Dank und Sühne 4. Muttergottes- und Heiligenverehrung. Dr. Alexander Frick schreibt: «Feldkreuze, Bildstöckle und auch an Bäumen angebrachte Heiligenbilder führten zu Bezeichnungen wie: Bildgasse, beim Bild, bei St. Anna, Kreuzbüchel, Heiligkreuz».5) Joseph Ospelt: «Bildwasen, Brendlekreuz, Heiligwiese, Kapellenwingert, Ka- peller, bei Natzis Kapelle».6) Auch das «Kappile» «St. Katharinabrunnen», Balzers (Abb. 14), scheint schon verhältnismässig früh eine Orts- bzw. Platzbezeichnung gewesen zu sein. Finden wir es doch unter der Bezeichnung «St. Cahtrin- brunn» bereits auf einer Karte der Herrschaft Maienfeld und Grafschaft Sargans nach einem Kupferstich der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts ein- gezeichnet, ebenso auf der Karte von Kolleffel vom Jahre 1756. Auch in der Sagenwelt taucht St. Katharinabrunnen auf. 5) Alexander Frick in JBL 51, Unsere deutschen Flur- und Ortsnamen. 6) Joseph Ospelt in JBL 11, Sammlung liechtensteinischer Orts- und Flurnamen. 133
        

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