In Liechtenstein finden wir über 50 Bildstöckchen die teils auch lokalgeschichtlich interessant sind. Da diese Bauwerke, die im Volks- mund meist «Kappile» genannt werden, bisher noch nie näher aufge- nommen und bearbeitet worden waren, machte ich den Versuch die- selben photographisch festzuhalten und wo möglich auch deren Errich- tungsgfünde zu erfahren. Wir haben in unserem Lande, neben den «Kappile» etliche Ka- pellen und Wegkreuze, die geschichtlich ebenfalls von Interesse sind, ferner Erinnerungskreuze an Unfälle bei Holzschlagarbeiten, beim Wildheutransport oder bei der Jagd, sowie die AVE-Kreuze auf unse- ren Alpen. Ich möchte mich hier aber nur auf die eigentlichen Bild- stöcke, also die «Kappile», beschränken. Die Definition der kleinen Bauwerke ist nicht ganz einfach und wird in der Literatur verschieden vorgenommen, zum Beispiel als «kleine besonders an Strassenkreuzungen aufgestellte Holz- oder Stein- pfeiler mit Nischen zur Aufnahme von Kruzifix- oder Heiligendarstel- lungen, häufig mit Baldachin überdeckt»1) oder «Pfeilerartiges Denk- mal, auch aufgemauertes Häuschen mit religiösem Bildwerk, an We- gen, besonders Strassenkreuzungen errichtet, als Mahnung zum Fürbitt- gebet»2). Franz Hula definiert folgendermassen: «Der Ausdruck «Bildstock» ist wohl bekannter, seine Verwendung jedoch unbestimmter und vor- nehmlich auf das Schrifttum beschränkt. Vom Volke wird er nur in der Diminutivform «Bildstöckerl» oder kurz «Stöckerl» gebraucht. Wörtlich genommen ist der Bildstock (die Bildsäule) ein Pfeiler (Säule) aus Stein oder Holz, zur Aufnahme eines Bildes religiösen Inhaltes be- stimmt, wobei wir unter Bild schlechterdings auch Relief- oder Figural- Darstellungen verstehen müssen. In seinem weitesten Sinne umfasst er daher auch die monumentalen Hochsäulen der Gotik und des Barocks»/') In unserem. Lande kommen die Bildsäulen nicht vor; wir treffen vielmehr den Typus des «kleinen, auf gemauerten Häuschens» durch- gehend an. ') Kirchliches Handlexikon, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau. -) Der Grosse Herder. 3) Franz Hula, Die Totenleuchten und Bildstöcke Österreichs, Helene Poech- Verlag, Wien 1948. 131
        

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