An der Landesausstellung, die im Jahre 1895 in Vaduz stattfand, stellte er seine Erzeugnisse aus und erhielt dafür die goldene Medaille. Das Diplom ging 1899 verloren, als sein Haus durch Feuer zerstört wurde. Mein Vater Josef hat das Zimmermannshandwerk weiter betrieben. Er ist schon 1934 gestorben. Ich habe das Küblerhandwerk gelernt, in- dem ich von jung auf mitgearbeitet habe. Das «Gefühl» für den Umgang mit Holz als Werkstoff habe ich gleichsam «geerbt». Die natürliche Veranlagung dazu hat fast jeder Bergbauer, weil er bei der Ausübung seines Berufes darauf angewiesen ist. Nach dem Tode meines Vaters habe ich das Küferhandwerk haupt- beruflich betrieben. In unserer Werkstatt wurden auch «Standen»,2 Wasserkübel und grosse Tansen zum Tragen der Schotte hergestellt. Die feinere Arbeit aber war das Milchgeschirr. Davon haben wir «Kübel»3 in verschiedenen Grössen, Eimer und «Brenten»4 gemacht, auch Butterfässer mit Stössel und zum Drehen.5 Die grossen Kübel hat man mit Lederriemen getragen, die kleineren mit Schnüren, die man mit Hilfe eines in der Mitte der Schnüre eingeschlauften Hölzleins en- ger und weiter stellen konnte, je nach der «Postur» des Trägers. Mit der Tanse holte man die Schotte von der Sennerei, wenn Senntag war. Fast alles wurde damals auf dem Rücken eingetragen, bekanntlich auch das Heu. Einige hatten Zweirädlerkarren, aber Pferde wurden in Triesen- berg nur wenige gehalten. In den kleinen Kübeln nahm der Bauer als Tagesverpflegung Milch mit, wenn er ins «Gmeinwärch» ging. Das waren Frontage im Holz, auf der Strasse und auf der Alp, die jeder Bürger leisten musste. Die Milch 2 Standa: grosser Bottich, Zuber, rund oder oval; aus Holz gebunden, von verschiedener Höhe, gewöhnlich mit zwei Oesen; dient zu verschiedenen Zwecken, z. B. zum Einweichen und Waschen der Wäsche, zum Einmachen von Sauerkraut, zum Einpöckeln von Fleisch. S. Leo Jutz: Vorarlbergisches Wörterbuch mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein, Wien 1961 ff., S. 1260. 3 Der Kübel ist ein Holzgefäss, das wie die Tanse auf dem Rücken getragen wird. 4 Brenta: flaches, weites Holzgefäss, gebunden, von verschiedener Grösse; dient gewöhnlich zur Aufbewahrung von Milch, besonders zum Zwecke der Rahmbildung. - Leo Jutz a. a. O., S. 446 f. 5 Zu den Holzgefässen siehe auch: Christian Lorez, Bauernarbeit im Rhein- wald, Basel 1943, S. 30 ff. 117
        

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