Fürst Gundacker Wie sein Bruder Maximilian trat Gundacker sehr früh in den Hof- dienst und nahm schon im Alter von 20 Jahren an Feldzügen in Ungarn teil. Auch er war für Erzherzog Matthias, den späteren Kaiser, tätig und begleitete ihn als Offizier 1608 auf seinem Zuge nach Böhmen. 1613 wurde er Präsident der Hofkammer, der Zentralbehörde für das gesamte Finanzwesen des Reiches und der österreichischen Erblande, dann Landeshauptmann von Oberösterreich, und 1621 wurde er von Kaiser Ferdinand II. zum Geheimen Rate befördert. Das Vertrauen der Kaiser Matthias und Ferdinand berief ihn zu wichtigen Gesandtschaften, so zu den schlesischen Ständen, um sie von der Teilnahme an der böhmischen Rebellion abzuhalten, zu den Kurfürsten und zu Friedrich von der Pfalz, dem späteren Gegenkönig und Besiegten in der Schlacht am Weissen Berge. 1623 erhielt er mit seinem Bruder Maximilian den Fürstenbrief und zwei Jahre später als Obersthofmeister das höchste Amt am Kaiserhofe. 1633 wurden seine Herrschaften Krumau und Ostra in Mähren zu einem Fürstentum mit dem Namen Liechtenstein erhoben, aber wie bei den schlesischen Herzogtümern seines Bruders Karl war damit die Reichsunmittelbarkeit nicht erlangt. Seine Tätigkeit erstreckte sich auf alle Hof-, Staats- und Verwaltungs- angelegenheiten. Vorübergehend war er bei Kaiser Ferdinand in Un- gnade gefallen, aber im Jahre 1633 ist er wieder als Berater des Kaisers am Hofe in Wien. Dort verfasst er unter anderem ein entscheidendes Gutachten in der Frage, ob der Feldherr Wallenstein des Hochverrates angeklagt werden solle. Er schlägt vor, ihn zur Rechenschaft zu ziehen, und wenn er sich nicht zur Untersuchung stelle, einen Prozess zu machen. 1641 und 1647 übergab er bereits seine Güter den Söhnen Hartmann und Ferdinand Johann, die sich eifrig um die Aufnahme des Hauses Liechtenstein in den Reichsfürstenrat bemühten. Immer wieder hielt Gundacker seinen Neffen Carl Eusebius an, als Regierer des Hauses sich besser für diese Rangerhöhung einzusetzen. In den letzten Jahren seines Lebens zog sich Fürst Gundacker ganz von den öffentlichen Ämtern zurück. 14
        

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