und vier Musketieren versehen und die übrigen Soldaten abdanken und zu seiner Bestallung nur drei Pferde und Diener halten. Noch am 16. Oktober versichern die Häupter und Ratsgesandten der Zwei Bünde und der Herrschaft Maienfeld . . . «und fügen hiemit demütigst bei, dass die Obrigkeiten und auch der gemeine Pöfel ein- hellig nit änderst gewillt und intentioniert, als dass dasjenige, es sei zu Lindau oder anderswo mit Ihrer Erzherzoglichen Durchlaucht und dem hochlöblichen Haus verglichen und ratifiziert, getreulich und aufrecht unverbrüchlich redlich gehalten werde». Inzwischen war es aber längst anders gekommen ! FRANKREICH GREIFT EIN Frankreich wollte nicht untätig der Vormachtstellung Österreichs im Bereiche der Alpenpässe zusehen, entschloss sich aber erst zum Eingreifen, als Kardinal Richelieu die Staatsführung im Jahre 1624 übernahm und eine schärfere antiösterreichische Politik betrieb. Der französische Marquis de Cceuvres betrieb heimlich die Vorbe- reitungen zu einem Einmarsch, besonders eifrig unterstützt von Georg Jenatsch und den Bündner Emigranten. Ein Truppenkorps wurde eilig zusammengestellt, das aus Bündnern, Franzosen und schweizerischen Söldnern bestand, und es wurde de Cceuvres unterstellt, der französi- scher Marschall war. Die Franzosen versprachen die Befreiung des Lan- des und die Wiedereingliederung des Veltlin unter die Bündner Herr- schaft. Ohne Widerstand ziehen die österreichischen Truppen ab. Der Kaiser konnte sich, auf den Kriegschauplätzen des Dreissigjährigen Krieges bedrängt, eine Auseinandersetzung mit Frankreich nicht leisten. Gewaltig waren die Kosten, welche die Bündner Wirren in den Jahren 1620 — 1624 Österreich bereiteten. Nach einer Aufstellung im Innsbrucker Archiv betrugen sie 3,3 Millionen Gulden, davon je etwa eine halbe Million für die Regimenter Baldiron und Sulz. Die Soldaten auf Gutenberg verursachten die Summe von 19365 Gulden, was etwa einer durchschnittlichen Besatzung von 150 Mann entspricht. Die Mehrzahl der Bündner war begeistert über die französische Po- litik und erwartete sich die Freiheit des Landes. Tatsächlich wurden die Drei Bünde wiedervereinigt, aber die grosse Enttäuschung war, dass das Veltlin nur zum Schein an Graubünden eingegliedert wurde. In 93
        

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