1000 m ü. M. auf einer kleinen Hochebene. Wenn auch der urkundl. Scana Brill und Schännis, urk. 972 Schennines (Mohr I, 92 nach Götzin- ger !) und meinetwegen Schanfigg in Graubünden etwas für sich haben, so ist doch das Fehlen dieser Endung -is, die doch sonst in irgendeiner Form erhalten blieb, (vergl. eben Schännis, dann Bärschis, bei uns Kretis, Garnis, Krankis, ferner die in Tir. N. F. S. 313 ff angeführten) sehr be- fremdend für Ableitung aus einem P. N. Der Abfall des a ist auch nicht ohne weilers klar. Gehen wir von einer Form * in Scanis aus, so ist das Fehlen von s-Formen bedenklich, ausser man nimmt eben die Formen für Eschen in Beschlag. Wir haben noch im Churer Rodel Scana. Ende des 13. Jahrhunderts aber schon Shan. Wäre an eine Dopelform scanum und den vielleicht als Singular aufgefassten Plural Scana zu denken? Ein Scano di Mont-ferro ist auf Sardinien, Scana porco in Manrua, Scanajol (Berg) in Südtirol und Scanafaghiacca auf Corsica. Holder, Sp. 1394, erwähnt ein kelt. Scamms = lat. scamnum, Bank». Dreizehn Jahre später neigt Dr. Eugen NIPP in einem Aufsatz, be- titelt mit «Alte Sprachüberreste und fremdes Sprachgut in Liechten- stein», veröffentlicht in unserem hist. Jahrbuch 1924, eher zu der Auffassung der Keltologen, denn er schreibt auf Seite 103: «Schaan wird nicht unwahrscheinlich vom Keltischen abgeleitet und mit «Wasser» in Zusammenhang gebracht. Verwandt dürften sein Esche und Eschen. Der gleiche Namen findet sich in der schweizerischen Nach- barschaft. Vom Vorhandensein der Fundamente eines befestigten römi- schen Lagers und der Auffindung zweier prächtig erhaltenen römischen Helme in Schaan sind wir alle unterrichtet. Es ist daher nur zu leicht verständlich, dass das alte Octodurum, das in unserer Gegend gestanden haben muss, nach Schaan verlegt wird». 8. Schulrat Josef ZÖSMAIR (Innsbruck) stand in scharfem Gegensatz zu Pater HOPFNERS Forschungsergebnissen. Im «Vorarlberger Tag- blatt» Hess ZÖSMAIR im Jahre 1921 eine längere Abhandlung über «Die Ortsnamen Vorarlbergs und Liechtensteins aus Personennamen» erscheinen. ZÖSMAIR bestritt darin jeden Zusammenhang der Orts- namen Eschen und Schaan. Auf Seite 19 des Sonderdruckes (Bregenz 1921) lesen wir: «Die Mauren benachbarte Gemeinde 
ist Eschen, der Hauptort Schellen- bergs, welcher hievon auch Eschnerberg heisst. Das Bächlein führt den- selben Namen, welcher zu Ende des 13. Jahrhunderts schon so lautet. Früher sind die Formen Eschen, Escans, Esshan, Esshay, im 12. Jahr- hundert Eschans, im 11. Estan, wohl verschrieben für Eshan, bei Essane ein Gut vom Kloster Petershausen erworben und um solches bei Grabs umgetauscht; um 940 Dorf und Kirche Essane dem Kloster Pfävers gehö- rig; endlich 858, 12. Feber in einer zu Grabs ausgestellten Urkunde unter den Zeugen ein Valerius von Esiane. Das Wort halte ich entschieden für einen deutschen Personennamen mit romanischer Form und nicht für keltisch, und zwar nach einem Esso, dessen Gut prädium Essanum oder Essianum hiess. Vielleicht war der Gutsbesitzer sogar der damalige Bi- schof von Chur, des Namens Esso, der erste Deutsche auf diesem Sitze. (844 — 879 ?). Der Name lautet auch Hesso, dasselbe wie Ezo, Ezzo, Kose- name z. B. für Herenfridus. Das Volk der Hessen ist bekannt. Es gibt 12
        

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