nicht mehr nach Maienfeld zurückkommen. Jeder Versuch, den bald darauf Eingeschlossenen zu helfen, ist vergeblich. Die Aufständischen erreichen noch am 25. April die Luziensteig und Fläsch. Dreissig gefangene Österreicher werden gezwungen, auf der Luzien- steig Wälle aufzuwerfen (die Befestigungen waren im November von den Österreichern geschleift worden) und als sich sieben Mann weigern, werden sie erschlagen. Auf die Nachricht vom Aufstande wenden sich die Geheimen Räte aus Innsbruck sogleich an Graf Kaspar von Hohenems. Am 29. April geht ein Brief an ihn ab mit der dringenden Bitte um Vermittlung, die, da er «bei den Prätigauern in gutem Konzept, eher als jemand anderer bei diesen Leuten fruchten möchte». Der Aufstand habe wohl «kein andere Ursach, als dass ihnen Prätigauern in der Religion etwas zu viel zugemutet». Er möge auf alle Fälle erreichen, dass der Pass von den Bündnern für die Soldaten in Maienfeld reserviert wird. Kaspar, «bei- den Kriegsparteien befreundet», schickt seinen Landvogt Prosswaiden, der aber naturgemäss nach den Erfolgen der Prätigauer bei den Siegern nichts erreicht. Am 3. Mai kommt Hauptmann La Court, den der Graf schon am 22. April zu Vermittlungen nach Chur geschickt hatte, als erster seit der Rebellion aus Graubünden zurück. Er bringt die Nachricht, dass die Prätigauer eine Gesandtschaft nach Gutenberg schicken werden. Am gleichen Tage greift Oberst Raitenau die Steig erfolglos an und zieht sich nach Gutenberg zurück. Die Ereignisse überstürzen sich nun: Am 4. Mai senden die Bündner ihre Abgesandten, die an der Grenze beim Brunnen mit Raitenau zu- sammentreffen, der sie aber barsch zurückweist. Der 5. Mai ist in der Bündner Geschichte bekannt als der ruhm- reiche Tag des Kampfes von Fläsch. Raitnauer hatte den Fläscherberg besetzt und zog, angeblich mit etwa tausend Mann zum Dorfe Fläsch hinunter, das in Asche gelegt wurde; nur die Kirche und das Haus des Küsters bleibt unversehrt. Die Bündner unter den Hauptleuten Johann Peter Guler und Thü- ring Enderlin, Wirt auf der Luziensteig, überfielen die vielfache Über- macht, die kopflos die Flucht ergriff. Viele wurden erschlagen, viele er- tranken im Rhein. Oberst Raitenau, der vergeblich zum Widerstand auf- 86
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.