gannen nunmehr die feindlichen Reiter mit grossem Ungestüm den An- griff. Hier fand Johann Luzi Cominot von Maienfeld auf bündnerischem Boden den Tod. Als endlich die Zürcher bemerkten, wie sowohl die österreichische Reiterei als das Fussvolk die Grenzmarken des bündnerischen Gebiets weit schon überschritten hatten, eilten sie ebenfalls herbei und schlu- gen die Feinde mit Verlust von zwei Pferden und Verwundung zweier Reiter in die Flucht». Bei einem anderen Zwischenfall wurde eine österreichische Schild- wache erschossen, welche die Grenze überschritten hatte, «mehr aus Zufall als mit Willen», wie Fortunat Sprecher nicht ganz überzeugend schreibt. Ein anderesmal lässt der Ramschwager Bündner Säumern an der Grenze beim St.-Katharinabrunnen Korn abnehmen, wofür sich Graf Kaspar in Chur entschuldigt. Gerüchte eilen durch unser Land und versetzen es in Unruhe. Ein- mal heisst es, dass die Leute des Gotteshaus- und Zehngerichtebundes über die Steig herabziehen wollten, die katholische Religion auszurot- ten, dann wieder, die Zürcher Truppen wollten ihren Rückweg nach Hause hier nehmen, weil ihnen der Durchzug durch das katholische Sarganserland verwehrt werde. Landvogt Prosswaiden lässt den Balz- nern «alle Nacht aus Vaduz, Schaan, Triesen und ab dem Berg 30 oder 35 Mann bei der Nacht droben Wacht zu halten zuschicken». Im Oktober schlägt Österreich zu, wobei die Plünderung des Schlos- ses Räzüns durch die Bündner einen der Anlässe bietet. Peter Kaiser schreibt: «Bei Gutenberg standen 2000 Mann zur Beobachtung der Zür- cher Truppen. An der Grenze unter Luziensteig machten die Österrei- cher eine gewaltige Kanonade; die Zürcher standen deshalb die ganze Nacht unter den Waffen». Es handelte sich, wie Haffter feststellt, um einen Scheinangriff: «Zuerst hatte ein von Schloss Gutenberg aus ge- führter scheinbarer Offensivstoss gegen die Steig die Aufmerksamkeit der Leute in der Herrschaft und der Zürcher Truppen nach diesem Punkt gelenkt. Die Österreicher waren keineswegs gesinnt, mit dem Regiment Steiner selbst in Berührung zu kommen und Hessen es bei diesem Alarm bewenden und stürzten sich auf das Prätigau». Am 17. Oktober brach Brion aus dem Montafon ins Prätigau ein, die Spanier besetzten das Veltlin und Oberst Alois Baldiron, ein Welschtiroler aus Trient, wegen seiner Grausamkeit gefürchtet, besetzte das Unter- und 81
        

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