Bald kommt es zum ersten Zusammenstoss. Oberst Erhard von Brion rückt mit österreichischen Truppen an die Grenze bei Balzers und stellt Schildwachen aus, die von Bündnern und Soldaten des auf der Luzien- steig liegenden Zürcher Regimentes vertrieben werden. Brion schildert den Zusammenstoss in einem Briefe an Erzherzog Leopold: Die Reiter seien verjagt worden, als er Fussvolk und einen Teil der Kavallerie nach Gutenberg begleitete und in Balzers den Pferden Hafer geben liess. Er habe sich mit Ulrich von Ramschwag beraten, die Bündner angegriffen, einige getötet, die ersten Schanzen der Luziensteig erstiegen, und dann sei er mit seinen Soldaten wieder zurückgekehrt. Eingehender ist ein anderer Bericht über das Gefecht, der aus Grau- bünden zu den Unterhändlern der Drei Bünde gelangte, die gerade auf der Heimreise von Verhandlungen in Innsbruck waren. Er kann uns ein Beispiel dafür sein, wie verschieden das gleiche Ereignis in Ursa- chen, Verlauf und Opfern dargestellt wird, je nachdem welche Partei referiert. Fortunat Sprecher zitiert ihn: «Als Brion am 13. Mai mit einem Teile seiner Reiter und etwas Fussvolk nach Gutenberg kam, stellte er zur Wache zwei Reiter am St. Catharinabrunnen bei der bündnerischen Grenze auf. Einer von ihnen überschritt dieselbe. Nun traf es sich zu- fällig, dass Theodor Enderlin, Wirt am Luziensteige, ebenfalls an der Grenze auf seine Tochter wartete, welche nach Balzers hinabgegangen war um Brot einzukaufen. Der Wachtposten wandte seinen Schritt ge- gen ihn, der ebenfalls beritten war, und dieser, ein unerschrockener Mann, jagte ihn zurück. Die hiebei gelösten Flintenschüsse wurden in Balzers gehört und nun eilten sofort noch einige Reiter herbei, welche ebenfalls unsere Grenze überschritten. Die gleiche Ursache brachte auch einige Maien- felder auf die Beine und an den gleichen Platz. Brion rief sein Fussvolk aus Gutenberg herbei, das nun den Abhang des Ellberges hinaufklet- terte, um die Bündner abzuschneiden, auch einige wenige Prätigauer langten an. Anfangs wollte der Oberst Steiner seinen Truppen nicht gestatten, uns Hilfe zu bringen, denn er fürchtete, dass sie leicht über die Grenze gehen würden, und sagte, er hätte von seinen Oberen stren- gen Befehl, in dieser Gegend sich lediglich in der Defensive zu ver- halten. Beim Anblick des kleinen Häufleins Bündner, in welches sich nur hie und da ein eidgenössischer Freiwilliger eingemischt hatte, be- 80
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.