Graf Kaspar erkennt die Möglichkeit der Auswirkung solcher Par- teiung auf sein Land und gibt seinem Landvogt Rignolt von Prosswaiden nach Vaduz den Auftrag, über die Ergebnisse des Strafgerichtes zu berich- ten und jede Truppenwerbung in der Grafschaft Vaduz zu unterbinden. Zwar hob ein Strafgericht der spanisch-österreichischen Partei in Chur die meisten Urteile von Thusis auf, aber es drang nicht durch, denn ein neu Zusammengesetzes Gericht in Davos bestätigte die Urteile von Thusis. Es verlangte von Kaspar von Hohenems die Auslieferung von Rudolf und Pompeius Planta, die sich in Balzers aufhalten sollten, was sich aber als unrichtig herausstellte. Die Empörung über das Blutgericht an Erzpriester Ruasca und die Davoser Urteile führten zur entsetzlichen Tat des Protestantenmordes im Veltlin, die der Ausdruck blutigster Rache und grösster Grausam- keit war. Das Tal fiel ab, die Bündner suchten es wiederzuerobern und wollten sich die Hilfe der Eidgenossen sichern, die infolge der ge- teilten Parteiung in Katholiken und Protestanten sich nicht einigen konnten. Immerhin zogen 1000 Zürcher unter dem Obersten Hans Jakob Steiner und 2100 Berner unter Nikolaus von Mülinen nach Graubünden. Die Zürcher berichteten von ihrem Zuge durch das Werdenbergerland: «Aus dem Schloss Gutenberg und Vaduz wünschte man uns einen gu- ten Morgen mit Trommeten und Losbrennen etlicher Stucken». Der Kriegszug ins Veltlin, auch Wormserzug genannt, misslang, und er bot den Österreichern willkommenen Anlass, zur Besetzung Grau- bündens zu schreiten, denn Österreich war im Bündnis mit Spanien, das als Inhaber des Herzogtums Mailand das Veltlin besetzt hielt. Ende 1620 besetzt Oberst Steiner nach dem Rückzug von Tirano Maienfeld und die Luziensteig mit seinen Zürcher Truppen, ein weiteres Signal, das auf Kriegsgefahr deutete. Oberst Hans Werner von Raitenau, Kommandant der österreichischen Truppen in Vorarlberg, schreibt dem Grafen Kaspar, er werde kommen, um 200 Mann auf die Luziensteig und nach Gutenberg zu schicken, und österreichische Truppen quar- tierten sich auf Schloss Vaduz ein. Graf Kaspar kann es nicht verhin- dern, denn der Schlossöffnungsvertrag bindet ihn, er bedingt sich aber aus, dass sein Hauptmann Johann La Court, ein Lothringer, den Befehl über die Kriegsleute im Schloss erhält und dass Proviant von seinen Untertanen nur gegen Barzahlung geliefert werde. In einem Briefe an 78
        

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