Die Grafschaft Vaduz in der Zeit der Bündner Wirren von Otto Seger EINLEITUNG Durch zwei Jahrzehnte brachte die Zeit der Bündner Wirren und besonders der Aufstand der Prätigauer im Jahre 1622 unserem Lande Unruhe und viel Leid. Unsere Heimat lag als Besitz des Grafen Kaspar von Hohenems zwischen den Bereichen der kriegsführenden Parteien und wurde da- durch zum Aufmarschgebiet, auch wenn sich der Graf immer wieder um eine neutrale Haltung bemühte. Dazu kam, dass Gutenberg öster- reichischer Besitz war, eine Festung innerhalb der Grenzen unseres Landes, ein Ausgangspunkt des Aufmarsches gegen Graubünden. Die Kriegszeit brachte nicht nur Angst und Not, sondern Soldaten schleppten die Pest ein, die auch bei uns wütete, und es folgte die Pe- riode der Hexenprozesse. Es war die dunkelste Zeit unserer Geschichte. Meine Arbeit will keine Gesamtdarstellung der Bündner Wirren bieten, denn sie ist in den Werken Graubündner Historiker erschöpfend behandelt, sie kann aber auch nicht allein die Ereignisse in unserem Lande betrachten, denn diese stehen immer in Zusammenhang mit de- nen des Nachbarlandes, aber auch mit der Politik der Großstaaten Österreich, Spanien (das Landesherr im Herzogtum Mailand gewesen ist) und Frankreich und vollziehen sich ausserdem in zeitlichem und manchmal auch kausalem Zusammenhang mit dem Dreissigjährigen Kriege. Ich hoffe aber, ein Bild der Verhältnisse, vor allem der Sorgen und Schrecken zeichnen zu können, welche die wechselnden Parteiun- gen und Kriegsläufe unserem kleinen, neutralen Lande und damit un- seren Vorfahren bereitet haben. Nicht zum ersten Male wird das Thema dieser Abhandlung in unse- rer Geschichtsschreibung behandelt. Peter Kaiser hat es verhältnismäs- 69
        

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