los gefressen oder hinausbefördert haben sollten; mindestens kleine Reste müssten in die Rollaggregate eingearbeitet worden sein. Diese wurden an Streupräparaten und Dünnschliffen sorgfältig untersucht. Der organische Anteil ist, abgesehen von den Chitinresten, nahezu amorph. In polarisiertem Licht und fluoreszenzmikroskopisch sind we- der Zellulose noch andere Pflanzengerüststoffe nachweisbar. Als der Krug zuerst von einer Maus besucht wurde, enthielt er auch bestimmt keine Flüssigkeit; das Material der Kugeln muss bei der Ausformung feucht und dadurch plastisch, aber nicht nass gewesen sein. Leider lässt sich nicht entscheiden, wann der beschriebene Vorgang stattge- funden hat; es kann schon bald, nachdem der Krug abgestellt wurde, oder erst lange Zeit danach gewesen sein. Darum bleibt die Möglichkeit offen, dass eine primär vorhandene Flüssigkeit eingetrocknet ist. Der Krug wurde schräg liegend gefunden (Abb. 3). Wegen seiner Birnenform konnte beim Umstürzen nicht aller Inhalt auslaufen; etwa ein Drittel des Gesamtvolumens hätte zurückbleiben und eintrocknen müssen. Er ist auch, vom fehlenden Giessrand abgesehen, unbeschädigt und zudem glasiert, war also wahrscheinlich dicht. Von Wein oder Fruchtsäften wären keine organischen Reste, wohl aber die nicht flüch- tigen Säuren zurückgeblieben, die bei der herrschenden Feuchtigkeit auch später mit Kalziumkarbonat reagiert hätten; die im Krug gefun- denen Rollkörper und Krümel enthalten aber noch reichlich Karbonat. Öl hätte verharzte Rückstände hinterlassen; auch solche fehlen. Mit grösserer Wahrscheinlichkeit kommen Flüssigkeiten mit wenigen und zumindest teilweise zersetzlichen Rückständen in Frage, welche die amorphe organische Substanz der Agregate lieferten. Vielleicht war es Milch oder ein bierähnliches Getränk. Man könnte auch an Blut den- ken. Bei grösseren Mengen müsste von diesem aber Eisen als charakte- ristischer Bestandteil des Blutfarbstoffs nachgeblieben sein und in der Hydroxydform die Masse gelb färben; alle anorganischen Teile des Kruginhalts sind aber rein grau oder weiss. Die Frage nach dem Primärinhalt des Gefässes lässt sich also nicht befriedigend beantworten. Dem Archäologen konnte immerhin eine unbekannte Probe bestimmt und dadurch die Wahrscheinlichkeit eines Bauopfers stark eingeschränkt werden; darüber hinaus ist die Probe 65
        

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