von Johann Jacob Heber kaum etwas zur Klärung der topographischen Probleme in Balzers-Winkel entnommen werden.10) Weit besseren Auf- schluss geben die vor einigen Jahren in österreichischen und schweize- rischen Archiven gefundenen Spezialkarten für das Gebiet von Balzers, insbesonders für Gutenberg.11) Von allen bisher bekannten alten Karten gibt die Karte des Hauptmann Sesselin aus dem Jahre 1750 am besten Auskunft. Sie verzeichnet deutlich die Lage der Kirche unweit nord- östlich der Grabungsstelle. Westwärts zieht in ähnlicher Lage wie heute der Weg. Aus dem Gebiet, welches die Landstrasse und die Burg Guten- berg umgrenzt, fliesst ein Gewässer, welches nach der Karte noch vor der Höhe der Grabungsstelle zu versickern scheint (was in Wirklich- keit gewiss nicht zugetroffen hat). Der Bach entwässerte (s. Beilage) «Sumpfichtes Riedt» oder, wie es in der Karte Kolleffel's aus dem Jahre 1756 heisst, «mosigtes Riedt». Von St. Katharinen-Brunnen her floss reichlich Wasser. Das Sulzisch-Hohenemsische Urbar, das auf viel älte- ren Grundlagen ruht, notiert zwei Balzner-Bäche, die ihren «vrsprung bey St: Catharina Brunnen» haben.12) Und einer dieser Bäche trieb al- lem Anschein nach einstens eine Mühle.13) Die Fischerei-Rechte in den Bächen waren vom Rhein «biss in Jhren vrsprung» als Lehen vergeben. Über diese Gewässer führte westwärts ein Weg zur «Insel». Und die Karte scheint hier die Namensdeutung zu geben: das Gewässer, welches 10) Fischer Jos., Die älteste Karte vom Fürstentum Liechtenstein, JHL 1910, 163 ff. u) Frick Alexander, Von zwei Liechtenstein-Karten in Schweizer Archiven und einer alten Rheinmarke, JHL 1953, 179 ff. Es handelt sich dabei um die Karte Kolleffel's aus dem Jahre 1756 (Stadtbibliothek Zürich), sowie um eine Grenz- karte aus dem Ende d. 18. Jahrh. (Kantonsarchiv St. Gallen). — Zu den Karten aus Österreich vgl. Frick Alexander, Die Feste Gutenberg vor 250 Jahren, JHL 1956, 49 ff. Es wurden in österreichischen Archiven folgende Karten gefunden: Grenzkarten des Gebietes von Balzers und der St. Luzi-Steig mit Schloss Gutenberg aus dem Jahre 1706, sowie ein Grundriss von Gutenberg mit Aufnahmen von Balzers aus dem Jahre 1750, angefertigt von Hauptmann Sesselin aus der Gegend von Bregenz (s. Beilage). — Auch der Stich v. Hans Conrad Gyger aus dem Jahre 1697 ist zu beachten. Er verzeichnet in der Gegend von Balzers: «S. Cathrinenbrunn, Bschissenmels, Guttenberg». — Jacob Heber's Karte des Reichsfürstentums Liechtenstein gibt für das Gra- bungsgebiet keine weiteren Aufschlüsse, vgl. Fischer J., 1. c, 1910, 163 ff. 12) LUB 1/4, 339, Malin. 13) LUB. 1/4, 414, Malin. 35
        

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