VERLAUF DER GRABUNG Die Grabung dauerte mit einigen technisch- und witterungsbeding- ten Unterbrüchen vom 10. Mai bis zum 10. Juni 1967. Die Grabung selbst verlief nicht ohne Beschwernisse. Die grosse Tiefe, in welcher die eigentliche Fundschicht lag, der stete Kampf mit dem Grundwasser- spiegel, die pustenden Wasserpumpen und deren jeweilige Ausfälle, welche den Graben mit Wasser anfüllen und so die präparierten und geputzten Fundstellen mit Feinsand und Lehmwasser überdecken Hes- sen, die geborstene und tropfende alte Abwasserleitung auf Kopfhöhe mit all den übelriechenden Begleiterscheinungen, im Süd-Profil nach- stossende Jauche vom nahen Miststock, dann die eilenden Vorkehrun- gen der Bauleute — und das alles in der Mitte einer frequentierten Dorfstrasse — gaben der Grabung mehr an Aufwand und Hindernissen, als was die Wissenschaft einstweilen an Erkenntnissen ihr abnehmen kann. Doch führten gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis die Ausgrabung zu einem guten Ende. LAGE DER FUNDSTELLE Der Grabungsplatz Winkel liegt im nördlichen Dorfteil von Balzers, wenig westwärts von der Landstrasse bei der Brücke über den Kanal. Die Fundstelle ist auf dem Übersichtsplan 1 : lO'OOO auf den Koordina- ten 215.170/157.010 zu finden. Die Meereshöhe beträgt 471 m. Der Dorfteil Winkel ist uraltes Siedlungsgebiet. Ein Dorfbrand zer- störte am 22. Oktober 1795 das Viertel.1) Dem Feuer fielen das alte Pfarrhaus und die alte Kirche zum Opfer. Die Mauer mit dem Steintor, welche die jetzige westwärts verlaufende Strasse nördlich säumt, ge- hört noch zum Bestand, der die Katastrophe von 1795 überdauerte. Zwischen dieser ehemaligen Friedhofmauer und dem alten Pfarrhaus stand die Pfarrkirche. Westwärts schloss ein Bach das Viertel ab. Und ') Vgl. den Dorfplan von 1789 oder 1796 Februar 30., Regierungsarchiv Fasz. 34; zum Dorfbrand, vgl. Poeschel E., Die Kunstdenkmäler d. Fürstentums Liechtenstein, Basel 1950, 34 f. (unrichtiges Datum bei Poeschel); Liechten- steinisches Urkundenbuch (zitiert LUB) 1/4, 105, Malin; Büchel Joh. Bapt., Geschichte des Balzner Kirchenbaues 1795 — 1835, Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein (zitiert JHL) 1924, 5 ff. 32
        

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