III. Nachdem unser Land dank den durchgeführten systematischen Gra- bungen prähistorisch recht weitgehend durchforscht ist, stellt man sich fast zwangsläufig die Frage: Kann die Ur- und Frühgeschichte zur Lösung derartiger Probleme irgend etwas beitragen ? Die Frage darf m. E. positiv beantwortet werden. Natürlich fand man weder auf dem Krüppel in Schaan, noch auf einer prähistorischen Fundstelle auf dem Eschnerberg, noch auf dem Gutenberg je eine Keramikscherbe oder sonst einen Gegenstand auf dem ein Wort geschrieben wäre. Unsere Ausgräber, allen voran unser unvergesslicher David BECK, aber haben in Balzers, auf dem Eschnerberg und in Schaan Keramik ausgegraben, die unter der Bezeichnung «Melauner Keramik» bekannt ist. Diese recht eigenartigen Zeugen einer längst vergangenen Kultur hat als erster Gero VON MERHART im Jahre 1927 als «Melauner-Keramik» beschrie- ben und damit den Begriff in die Literatur eingeführt. Leider muss ich es mir aus Platzgründen versagen, näher auf die Eigenart dieser Scher- ben einzugehen und verweise nur auf die diesbezüglichen Publikatio- nen in unserem Jahrbuch, das sind Grabungsberichte in: Bd. 32 (Guten- berg), Band 44 (Lutzengüetle), Bd. 54 u. Bd. 55 (Malanser), sowie Bd. 64 (Krüppel). Weiters brachte die «Zeitschrift für Schweizerische Archäo- logie und Kunstgeschichte» im Band 15, 1954/55, Heft 3 einen einge- henden Aufsatz betitelt mit «Zur Datierung der Melauner Keramik» aus der Feder unseres Ehrenmitgliedes Dr. h. c. Benedikt FREI. FREI setzt aufgrund seiner gründlichen Untersuchungen den Beginn der Melauner-Keramik bei etwa 1000 v. Chr. an. Interessant ist nun, dass das Verbreitungsgebiet dieser Melauner Keramik sich ziemlich genau deckt mit dem alten Rätien, sodass sich Dr. Elmar VONBANK, Direktor des Vorarlberger Landesmuseums in Bregenz hiezu auf Seite 148 des Sonderdruckes «Die Ortsnamen von Vorarlberg» von Josef Zehrer (1960) wie folgt äussert: «Erst in der Zeit der Stufe Hallstatt A tritt mit einer älteren Phase der Melauner Kultur ein südöstlicher Kulturstrom auf. Für die Melauner Kultur dürfen wir mit allem Vorbehalt annehmen, dass sie dem rätischen Volkstum angehört hat, das kurz vor Christi Geburt erstmals bei griechi- schen und römischen Schriftstellern erwähnt wird und sich mit venneto- illyrischem Substrat in seiner Sprache von den Kelten unterscheidet». Dr. h. c. Benedikt FREI spricht sich in seiner obenerwähnten Ab- handlung «Zur Datierung der Melauner Keramik» in dieser Hinsicht noch etwas vorsichtiger aus, indem er schreibt: 24
        

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