Es sei nur nebenbei erwähnt, dass gerade diese Ableitungssilben oder Suffixe uns wertvolle Fingerzeige sind. So sind z. B. die Endsilben -ena, -ina sehr alt und damit meistens auch die Wörter, an die sie gefügt sind. Die Wörter aber sind uns wieder ein Beweis für die Zugehörigkeit zu dem oder jenem Volke. Man hat z. B. aus dem Vorhandensein des Suffixes -ascu in Oberitalien auf die Ausdehnung der Ligurer geschlossen. Nun findet sich auch dieses sogen, ligurische Suffix auch bei uns und in unserer Nachbarschaft: z.B. 
urkundlich Cajolas, Bergunascas, via Gisin- gasca, dann wahrscheinlich in Namen 
wie Bludesch, Ludesch, Fläsch, Fräsch, Resch, Anaräsch u. a. m Danach hätten wir also einen Beweis für die Ausdehnung der Ligurer bis zu uns. Und so könnte man vor- läufig die Ansicht jener nicht weit werfen, die behaupten, dass der Name «Rätier» nur ein Sammelname für illyrische, ligurische, etruskische und keltische Stämme gewesen sei ähnlich dem Vorgehen der Franzosen, wenn sie alle deutschen Stämme einfach «Alemannen» nennen; denn im Französischen heisst «deutsch» = allemand». x Auch für Prälat Joh. Bapt. BÜCHEL war die Anwesenheit der Kelten in Liechtenstein eine unbestrittene Tatsache. Das ergibt sich schon aus dem unter I Ziff. 8 erfolgten Zitat. In der gleichen Abhandlung gibt er auf Seite 21 nochmals seiner Meinung Ausdruck, indem er wörtlich schreibt: «Die römische Einwanderung in das rätische Gebiet war so bedeutend, dass ihre romanische Sprache bald 
die keltische verdrängte». (Hist. Jb 1927, Seite 21). STÄHELIN Felix kommt in seinem Werk «Die Schweiz in römischer Zeit» (II. Auflage, Basel 1931) einleitend auch auf die vorrömische Periode zu sprechen und schreibt recht ausführlich von den damaligen Bewohnern der heutigen Schweiz und der anliegenden Gebiete. Er ver- tritt dabei die Auffassung, dass die ältesten mit Namen bekannten Be- wohner unserer Gegenden die Ligurer gewesen waren. Die Ligurer seien dann etwa 1000 — 800 v. Chr. von einem anderen Volke, das illyrischer Abstammung war und von Osten einbrach, verdrängt worden. Von die- sen Einwanderern stamme die Hallstattkultur her und die Räter, die das Gebiet von Tirol bis in die östliche Schweiz bewohnten, seien die Nachkommen dieser Hall Stattleute. Im 4. vorchristl. Jahrhundert seien dann die Etrusker durch die ein- dringenden Kelten aus der Poebene vertrieben worden und es stehe ausser jedem Zweifel, dass damals starke etruskische Gruppen in die rätischen Alpen geflüchtet seien und dort einen nachhaltigen Einfluss auf die rätische Kultur und Sprache ausgeübt hätten. Stähelin verweist dabei auf etruskische Siedlungsnamen und ganz besonders auf die 21
        

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