sowie in der elementarischen Musiktheorie; dann wurde er nach Feld- kirch geschickt, um bei privaten Musiklehrern eine weitere musikali- sche Ausbildung zu bekommen (der versäumte Volksschulunterricht wurde beim Vaduzer Hofkaplan Fetz einigermassen nachgeholt!). Als 12 V2-jähriger Bub ging er nach München, wo er am Konservatorium Klavier- und Orgelspiel sowie Kontrapunkt und Komposition unter bekannten Meistern studierte. Schon als junger Student hatte er eigene Privatschüler, während er sich nach Studienabschluss von 1855 bis 1859 dem privaten Musikunterricht widmete. Seine Kundensdiaft im Laufe dieser Jahre war sehr verschiedenartig; er schrieb 1858: «Heuer hatte ich eine bunte Musterkarte von Schülern, als da sind: 1 Regierungs- comissär, 1 Lieutenant, 1 Offiziers-Frau, 1 schlesische Ritter- und Guts- besitzerstochter, 1 Cooperator, 1 Gräfin»; zu der Schar zählte auch eine gewisse Frau v. Hoffnaass, die später seine Gattin werden sollte. Im Jahre 1858 bekam er ein Angebot, eine Stelle als Klavierlehrer bei Fürst Thum und Taxis in Regensburg anzunehmen, aber er lehnte ab, da er in München bessere Aussichten hatte. Gleich im nächsten Jahr (1859) wurde er als Lehrer des Klavier- spiels an seiner alten Bildungsstätte, dem kgl. Konservatorium, ange- stellt; er war damals erst 20 Jahre alt. Schon ein Jahr später (1860) wurde er zum Lehrer des Kontrapunktes und der Komposition ernannt. Die Anstalt wurde aber 1865 geschlossen, und Rheinberger war an- schliessend als Solorepetitor an der kgl. Hofoper beschäftigt. Zwei Jahre später (1867) wurde die Anstalt in neuörganisierter Form wieder- eröffnet, und zwar mit der Bezeichnung «Kgl. Musikschule» (später wurde sie in «Akademie der Tonkunst» umgetauft). Rheinberger be- kam bei diesem Anlass eine Anstellung als Lehrer des Orgelspiels und des Kontrapunktes sowie als Inspektor für den Orgel- und Theorie- unterricht, womit der Titel eines kgl. Professors verbunden war; er wurde 1870 zum Vorstand der Orgel-, Klavier- und Theorieklassen be- fördert. Im Jahre 1877 erhielt Rheinberger eine ehrenvolle Berufung nach Frankfurt a. M., um die Direktion des neugegründeten Dr. Hoch'- schen Konservatoriums zu übernehmen; diesen Ruf lehnte er aber ab. Im Jahre 1901 resignierte Rheinberger auf seine Professur, teils wegen seiner geschwächten Gesundheit, teils wegen der «unerquicklichen Ver- hältnisse» an der Akademie; zur Zeit seines Rücktrittes nach vierzig- jähriger Tätigkeit an der Anstalt gehörten fast alle hauptamtlichen 160
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.