die Pfarrei. St. Peterszell/SG. Im Jahre 1832 kehrte er in die Heimat zurück, wo er sich der Seelsorge, dem Schulwesen und der Politik wid- mete. Er war Pfarrer von Bendern 1832 — 1836, erster Kurat von Vaduz 1836 — 1864; 1854 wurde er zum Domherrn ernannt, im nächstfolgen- den Jahr zum Landesvikar. Nach 1864 diente er einige Zeit als Hof- kaplan in Schaan, dann übersiedelte er nach Bayern, wo er 1870 als Spiritual des Frauenklosters Wald bei Ottobeuren starb. Nachdem er sich schon seit Jahren mit den Schulproblemen des Fürstentums befasst hatte, amtete Kurat Wolfinger von 1854 bis 1857 als Schulenvisitator, dann von 1857 bis 1859 als Schulenoberinspektor; auf Grund des neuen Schulgesetzes wurde er 1859 zum Schulrat ernannt. Im Schematismus der Geistlichkeit für 1861 wird er ebenfalls als bischöflicher Schulin- spektor für das Fürstentum Liechtenstein angeführt. Weiters entwarf er 1852 ein neues Schulgesetz samt Lehrplan (das aber nicht verwendet wurde — warum, steht nicht fest), und er hatte seit 1859 die Stelle eines Direktors der neugegründeten Landeshauptschule in Vaduz inne. Auf die Gestaltung des liechtensteinischen Schulwesens übte Wolfinger einen massgebenden Einfluss aus; seine pädagogischen Fähigkeiten wur- den auch von den höchsten Stellen anerkannt: die fürstliche Hofkanzlei nannte ihn ja «einen tüchtigen Schulmann».55) Ausserdem war Kanoni- kus Wolfinger Mitglied der vorbereitenden Kommission für die Verfas- sung von 1862. Leider wurde die Biographie dieser ernergischen, manch- mal unbequemen, und für die liechtensteinische Geschichte bedeutenden Persönlichkeit nie mit gebührender Vollständigkeit dargestellt.50) Büchel, J. B., «Geschichte der Pfarrei Bendern», Jahrbuch des Histori- schen Vereins, Band 23, S. 91. Büchel, J. B., «Geschichte der Pfarrei Schaan», Jahrbuch des Histori- schen Vereins, Band 27, S. 103 f. Marxer, Dr. G., «Das liechtensteinische Priesterkapitel», Jahrbuch des Historischen Vereins, Band 34. Vogt, Emanuel, «Gedenktage aus der Geschichte der Gemeinde Balzers», Sonderdruck aus dem 'Liechtensteiner Volksblatt', Vaduz, 1958, S. 80. r,:>) Schreiben der Hofkanzlei ans Oberamt vom 8. 7. 1852 (Regierungsarchiv XCIV/I). ''") An einigen Stellen in den angeführten Quellen wird sein Vorname sogar irrtümlich als 'Johann' angegeben. Zusätzliche Daten stammen von HH. Dr. Bruno Hübscher, Bischöflicher Archivar der Diözese Chur, sowie aus der Bischöflichen Kanzlei St. Gallen (durch freundliche Vermittlung von HH. P. Alther, Pfarrer von St. Peterszell). 155
        

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