der Monarchie gegenüber) war; als die fürstliche Hofkanzlei das Werk dann freigab, tat sie dies mit der Beschränkung: «Zum Gebrauch der Schulen kann aber dieses seichte Produkt nicht gestattet werden». Erst im Jahre 1923 wurde das unersetzliche Standardwerk «schulfähig», als die von Kan. J. B. Büchel bearbeitete Neuausgabe an sämtliche Lehrer verteilt wurde, um als Unterlage für den heimatlichen Geschichts- unterricht zu dienen35) (für die Hand der Schüler wäre das Werk so- wieso viel zu schwierig). Den Ausstrahlungen Peter Kaisers Erzieher- persönlichkeit ist es sicherlich zu verdanken, dass während seiner Amts- zeit mehrer Liechtensteiner die katholische Kantonsschule in Disentis bzw. Chur besuchten30). Publikationen : «Einige Worte über Erziehung und Unter- richt», im Programm der katholischen bündnerischen Kantonsschule in Disentis, 1839.37) Dieser Aufsatz, den P. Iso Müller als «Perle unter den Kaiser'schen Schriften» nennt, basiert auf den pädagogischen Grund- sätzen Bischof Sailers. Kaiser betrachtet vom philosophischen Stand- punkt aus die Begriffe Bildung, Erziehung und Unterricht und fasst folgendermassen zusammen: «Das Prinzip der Erziehung ist die Liebe, das Prinzip des Unterrichtes der Glaube, und die Bildung beruht auf beiden . . . Die Erziehung ist praktisch, der Unterricht ist theoretisch, die Bildung vereinigt beides». «Graubündnerische Geschichte. Erzählt für reformierte Volksschu- len», Chur, 1852. Zum Verfassen dieses Werkes wurde Kaiser vom bündnerischen Erziehungsrat beauftragt. Für jene Zeit war es ein er- staunliches ökumenisches Zeichen, dass einem Katholiken die Aufgabe übertragen wurde, für evangelische Schüler ausgerechnet ein Ge- schichtslehrbuch zu schreiben, und es sprach für Kaisers bekannte Um- sicht und Toleranz. Dr. Martin Schmid schreibt: «Noch heute liest man mit Genuss in seiner farbigen, fein abgewogenen Bündner Geschichte». :l3) Martin, a. a. O., S. 236. 3|;) Die Tatsache, dass seither sehr wenig Liechtensteiner an der Anstalt stu- dierten, scheint dies zu bestätigen. 3") Robert Allgäuer bringt diesen Aufsatz als Anhang III zu seiner Abhandlung über Peter Kaiser im Jahrbuch des Historischen Vereins, Band 63 (S. 57 — 61). Weiters wurde der Aufsatz in der Form einer separaten Broschüre (ohne Verlagsangaben) in den letzten Jahren in Liechtenstein herausgegeben. 143
        

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