Zugleich war er als Rechtsexperte bei der Bundesregierung beschäftigt; als liechtensteinisch-schweizerischer Doppelbürger gelang es Emil Beck bis zu einem geradezu erstaunlichen Grade, beiden Vaterländern mar- kante Dienste zu erweisen. Prof. Dr. Beck veröffentlichte viele bedeu- hervor31). Er beendete seine Gymnasialstudien am Akademischen Gymnasium in Wien, bezog dann die Wiener Universität und studierte weiter auf der Universität Freiburg i. Br.; seine Hochschulstudien um- fassten klassische und neuere Philologie, Philosophie, Geschichte und Recht. Als er in Freiburg noch immatrikulierter Student war, wurde er 1818 — 1819 mit einem Lektorat für Englisch betraut (er erteilte einen Einführungskurs in die Sprache). Da er sich aber mit Burschenschafts- angelegenheiten eifrig befasste, wurde er aus Deutschland ausgewiesen, und im Jahre 1819 bekam er eine Lehrerstelle an Philipp Emanuel Fellenbergs berühmten Institut (sog. «Pädagogischer Provinz») in Hof- wyl bei Bern. Bis 1822 unterrichtete er hier Geschichte, Deutsch, alte Sprachen und Italienisch. In der Methodik zeigte er sich als sehr ge- wissenhaft, und sein Unterricht zeichnete sich durch seine Anschaulich- keit aus. Schon seit Jahren hatte sich Kaiser für Pestalozzis Pädagogik begeistert, und von 1822 bis 1823 hatte er Gelegenheit, an der Seite des Meisters in dessen Lehranstalt in Herten zu wirken. Er unterrichtete hauptsächlich Geschichte und half dem alternden Pestalozzi mit der Ausarbeitung seiner elementarischen Sprachlehre. Leider war die Blüte- zeit der Pestalozzi'schen Anstalt längst vorbei; Kaiser wurde in den verhängnisvollen Lehrerstreit verwickelt, und trotz seiner Achtung vor Pestalozzis pädagogischen Grundsätzen waren Kaisers Erlebnisse in Herten so enttäuschend, dass er nicht lange da blieb. ) Vgl. das «Liber Calculorum» des Feldkircher Gymnasiums (im Archiv des Bundesgymnasiums Feldkirch). Die Anstalt war damals unter bayrischer Verwaltung vorübergehend zu dem Status einer Lateinschule herabgesetzt worden; Kaiser besuchte dort die beiden Klassen der «Primär-Schule», be- vor er nach Wien weitergeschickt wurde. Der Verfasser der Eintragung für das Schuljahr 1809/10 im Kalkülbuch wird fast ekstatisch, wenn er des jungen Kaisers Vorzüge beschreibt: «Peter Kaiser von Mauren im Lichten- steinischen — übertrifft an den vorzüglich guten Eigenschaften, und durch eine ebenso rühmliche Verwendung derselben alle seine Mitschüler; denn er fasst sehr getreu im Gedächtnisse. Diesem seinem für jeden Lehrgegen- stand gleich offenen und eindringenden Genie entsprach sein unverdros- sener ausdauernder Fleiss, und seine alles mit Lust anfassende Lernbe- gierde: sein Fortgang in allen Lehrgegenständen war also vorzüglich gut, und er wurde mit dem ersten Preis beehrt. Er ist daher zum Akzense aus der Unter- in die Oberabtheilung der Oberprimärklasse vorzüglich geeignet. Sein sittliches Betragen empfiehlt ihn nicht weniger, er ist vorzüglich still und ruhig, ernst und folgsam». 138
        

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