die Flurnamen im Südtirol. Diesem hochwissenschaftlichen Aufsatz entnehme ich folgenden auf unser Thema bezugnehmenden Satz: «Von 
* skanava, einem Appelativum wohl rätischen Ursprungs, das zu- grunde liegt dem 
Dorfnamen Schan im Vorarlberg (Scanava 9. Jahrhun- dert) 
und Scanfs, rätorom. S-chanf im Engadin (Scanaves 1139, aus dem Plural * Skanavas') ) ist abgeleitet der Name der 
Talschaft Schanfigg (de Scanavico 765, in Scanavico 841)». Auch Prof. HUBSCHMIED enthält sich jeder Erklärung was mit dem Gattungsnamen * skanava einst bezeichnet wurde. 12. Der Vorarlberger Dr. Josef ZEHRER hat im Jahrbuch 1960 des Vor- arlberger Landesmuseums-Vereins eine eingehende Abhandlung über «Die Ortsnamen von Vorarlberg» veröffentlicht. Auf Seite 174 des Sonderdruckes streift er kurz auch unser Problem, indem er wörtlich schreibt: «Um das Bild über typisch keltische Namen zu vervollständigen, sei ver- wiesen auf Namen des benachbarten Liechtenstein, wo in engster Nach- barschaft so typisch keltische Namen 
wie Eschen, Bendern, Nendeln, Schaan, Mets vorkommen. Eschen und Schaan, deren urkundliche Formen nicht sauber getrennt werden können, dürften beide von gallisch isca (Wasser) abgeleitet sein. Eine restlos befriedigende Deutung der verschiedenen sprachlichen Aus- gestaltung der beiden wahrscheinlich doch auf der gleichen sprachlichen Grundlage iscan- beruhenden Namen ist noch nicht geglückt. Urkund- liche Formen lassen beim Namen Schaan noch eine -ava-Erweiterung vermuten, wodurch der Ton auf die Silbe -an- kommt. Eine Bestätigung für die Deutung nach dem Wasser gibt uns der Name Esche (siehe Th. Veiter, Montfort, 1951/52, S. 63) für ein vorbeifliessendes Bächlein. Angesichts dieser typisch keltischen Namen auf engem Räume kann man trotz Fehlens eindeutig keltischer Bodenfunde nicht am Bestehen kelti- scher Sprache zweifeln». 13. Im Ferd. DÜMMLER Verlag, Bonn, kam im Jahre 1961 die dritte, stark erweiterte Auflage des Nachschlagewerkes «Unsere Ortsnamen» im ABC erklärt nach Herkunft und Bedeutung, heraus. Unter dem Stichwort Schanf ist folgendes zu lesen: «Ort im Unterengadin (Schweiz; Kanton Graubünden); rätorom. scana = Walddickicht; Schanfigg/Arosa = Scana-vicus = Ort im, beim Walddickicht». Ich nahm mit dem Redaktor dieses recht interessanten Werkes, Herrn Heinz BISCHOF in Rastatt, Verbindung auf und stellte ihm die konkrete Frage: woher er diese so präzisen Angaben habe. Herr ') * vor einem Wort will sagen, dass letzteres als Grundlage eines Namens vorausgesetzt wird, ohne urkundlich oder sonst zuverlässig belegt zu sein. (Erschlossene Wörter). 14
        

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