Liechtensteiner Pädagogen im Ausland von Graham Martin «Viele Liechtensteiner und Liechtensteinerinnen wandern jährlich aus, um als Maurer, Gipser, Waldarbeiter, Dienstmädchen etc., nament- lich in der Schweiz, ihr Brot zu verdienen und Ersparnisse zu machen». So lautet eine Stelle der Botschaft des Bundesrats an die Bundesver- sammlung betreffend den Vertrag zwischen der Schweiz und Liechten- stein über den Anschluss des Fürstentums Liechtenstein an das schwei- zerische Zollgebiet, vom Jahre 1923. Die traditionelle Auswanderung der liechtensteinischen Handwerker, besonders solcher des Baugewer- bes, ist eine bekannte sozialgeschichtliche Tatsache, wodurch das win- zige, ruhige, zwischen Österreich und der Schweiz eingeklemmte Staats- wesen Gelegenheit hatte, sich der Aussenwelt vorzustellen. Es dürfte aber weniger bekannt sein — sogar im Lande selbst, — dass das kleine Fürstentum auch eine ganze Reihe von Pädagogen «exportiert» hat, welche in fremden Staaten gewirkt haben. In diesem Fall aber sind die betreffenden Leute nicht deswegen ausgewandert, weil sie Geld ver- dienen wollten, sondern um höheren Idealen, nämlich der Erziehung oder der Religion, zu dienen. Denn es handelte sich fast ausschliesslich um Arten von pädagogischer Tätigkeit, die in Liechtenstein nicht ver- treten sind, bzw. früher nicht vertreten waren, und zwar namentlich das höhere Schulwesen sowie Ordensberufe1). Beim Durchschauen der unten angeführten biographischen Angaben wird auffallen, dass eine beachtliche Zahl von liechtensteinischen Pädagogen es zu hohen und ') Das erste Gymnasium in Liechtenstein — das Collegium Marianum der Ma- ristenschulbrüder in Vaduz — wurde 1937 gegründet; der 
erste einheimische Gymnasiallehrer wurde 1961 angestellt. Die Kongregation der Anbeterinnen des Kostbaren Blutes, ein Teil von deren Schwestern sich dem Schulunter- richt widmet, liess sich 1922 auf Gutenberg nieder (seit 1935 ist sie in Schaan .ansässig). 113
        

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