Ortsnamen Essindorf, Essingin, Essingouv, Essinum usw. Mit dem rätsel- haften Namen Schaan hat das Wort Eschen rein gar nichts zu tun. Eschen kommt im Anlaute nie ohne E und Schan nie mit E vor1). 9. Prälat Johann Baptist BÜCHEL veröffentlichte in unserm Jahrbuch 1927 «Die Geschichte der Pfarrei Schaan» und kam dabei auch auf die Herkunft des Namens zu sprechen. Zwei Absätze auf Seite 19 sollen seine Ansicht hiezu wiedergeben: «Schaan hiess in der ältesten 
Zeit Scana. So lautet der Name noch im Reichsurbar vom Jahre 831. Er ist ohne Zweifel keltisch und entspricht dem Namen von Eschen, der vor 
Zeiten Escan hiess. Escan oder Escans bedeutet aber «Wasser» oder «See». Zwischen Schaan und Eschen dehnte sich vor altem ein kleiner See aus. In einer Urkunde vom 9. Jahrhundert heisst esScanaadrivamd. h. Schaan an der Schiffslände. Der See wurde also mit Schiffen befahren. So dürfte wohl 
auch Scana dieselbe Bedeutung gehabt haben. Andere wollten den Namen von einem kelti- schen Worte ableiten, das soviel als Eiche bedeutet; er würde also soviel als «bei den Eichen», oder «beim Eichenwald» bedeuten; aber diese Ab- leitung ist sicher nicht zutreffend. Soviel ist gewiss, dass der Name keltisch ist. Daher ist es auch gewiss, dass schon die Kelten diesen Ort bewohnt haben. Beweise dafür sind auch die Funde, die man im Gebiete von Schaan gemacht hat, und die aus vorchristlicher Zeit stammen, in der man die Werkzeuge aus Stein, Bein und Holz verfertigt hat, und aus Kupfer, und das Eisen noch nicht kannte». 10. Das 1941er Jahrbuch des Historischen Vereins des Kantons Glarus brachte eine gutfundierte Abhandlung über die «Namen der Glarne- rischen Gemeinden» aus der Feder von Fritz ZOPFI. In einer Fuss- note auf Seite 31 kommt der Verfasser im Zusammenhang mit Schännis auch auf Schaan zu sprechen. Er glaubt, Schännis und Schaan sowie Schanen (= Ortsteil von Glarus) auf das lateinische Grundwort «scamnum» = Sandbank zurückführen zu können. Die- ser Ableitung aber setzt Dr. A. SCHORTA das Bedenken entgegen, dass in Schaan das «a» lang sei (Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, Seite 78, Basel 1950). 11. Im Band LXII (1942) der Zeitschrift für Romanische Philologie be- spricht Prof. J. U. HUBSCHMIED ein Werk von Carlo Battisti über ') HOPFNER, Ein Beitrag zur Etymologie Liechtensteinischer Ortsnamen. Jahr- buch des Histor. Vereines für das Fürstentum Liechtenstein, 10. Bd., 1910, S. 175, wo der Verfasser kurz entscheidet: «Eschen und Schaan ist dasselbe Wort». Sein ganzer Beitrag hat ungefähr denselben Wert wie alle seine Forschungen. — 13
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.