Das Schloss war ursprünglich im Besitz des niederösterreichischen Herrengeschlechtes der Dornadler.1) Im Jahre 1615 erwarb es Hierony- mus von Bonacina. Nach dessen Tod, um 1630, wurde Ebergassing Eigentum des Fürsten Hartmann von Liechtenstein. Unter seinem Sohn Anton Florian kam es dann im Jahre 1713 zum Bau der offenen und gedeckten Reitschule. In der Mitte des 18. Jahrhunderts installierte Josef Wenzel von Liechtenstein, der Generalartilleriedirektor der Kaiserin Maria Theresia war, eine Geschützborerei. Nach seinem Tod, im Jahre 1788, wurde das Schloss an die Edlen von Trattner verkauft. Soviel der geschicht- lichen Daten des Hauptschlosses. Dem Protokollbuch der Herrschaft Ebergassing kann man entneh- men, dass diese Neubauten im Anschluss an Bauarbeiten am alten Schloss in den Jahren 1713 bis 1717 durchgeführt worden sind2). Die ersten Bauberichte vom 14. März bis 7. Juli 1713 betreffen lediglich Ar- beiten am alten Schloss. Es ist aber überflüssig darauf näher einzuge- hen, da es sich dabei hauptsächlich um Renovierungsarbeiten handelte. Am 16. Juli kommt der Fürst persönlich nach Ebergassing, wahr- scheinlich, um sich über den Bau der Reitschule zu informieren, denn in einem Bericht desselben Tages wird bereits von dem neuen Reitstall gesprochen. Im darauffolgenden Jahr, am 5. Jänner 1714, ist vom Auf- setzen eines neuen Dachstuhles die Rede. Es wird aber nicht gesagt, wo gearbeitet wird. Ein Schreiben vom 7. März berichtet, dass der Fürst in Ebergassing gewesen war und Aufträge wegen des «neuen Gebäudes» gegeben habe. Mit dem neuen Gebäude war sicher eine der beiden im Bau begriffenen Reitschulen gemeint, denn eine Eintragung vom 28. März im Protokollbuch gibt Kunde von Zimmermannsarbeiten im Reit- stall. Da diese Arbeiten nur die gedeckte Reitschule betreffen können, ist damit die Frage geklärt, um welches Gebäude es sich hier handelte. Am 28. November wird berichtet, dass «die Maurer» mit dem Kuhstall, ') Folgende historische Mitteilungen stammen von Herrn Dr. Gustav Wilhelm, Vaduz. "-) Sämtliche Bauurkunden befinden sich im Liechtensteinischen Hausarchiv in Wien und Vaduz. 90
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.