feld angebrachten Uhr nach aussen gedrückt. Ein sehr ähnliches Bei- spiel finden wir über den Schallfenstern der Leopoldskirche in Wien. Auf eine besondere Vorliebe Ospels, die sich in vielen seiner Werke in der gleichen Weise wiederholt, muss hier noch aufmerksam gemacht werden. Es ist die Ausschmückung der Giebelspitze durch ein grosses Wappen, welches diese völlig verdeckt. Taf. VI (Abb. b) Das Wappen oder die Kartusche als Schmuckform des Giebels finden wir bei Ospel noch in Feldsberg an den Ehrenhofportalen sowie über dem Kamin der Reitschule. Bei den Fassaden seiner Wiener Bauten verlegte er den Wappenschmuck in das Giebelfeld. Die dekorative Bekrönung der Wilfersdorfer Schlossfassade zeigt bereits jene Schmuckgegenstände, die Ospel fast bei allen seinen Werken benützte, und die zum besonderen Merkmal bei der Aus- schmückung seiner Fassaden wurden. Es sind dies allegorische Figuren, Wappen, Fahnengruppen und Trophäen. DIE OFFENE UND GEDECKTE EHEMALIGE REITSCHULE ZU EBERGASSJNG Taf. VII, (Abb. a, b) Zwei Zeichnungen von Johann Adam Delsenbach, die knapp um 1720, also ungefähr gleichzeitig mit seinen zeichnerischen Aufnahmen von Feldsberg und Wilfersdorf entstanden sind, überliefern ein bisher unbekanntes Werk Ospels. Auf den Abbildungen sind laut den eigen- händigen Erklärungen des Zeichners die Neubauten einer offenen Reit- schule samt Stall, sowie eine gedeckte Reitschule mit einem anschlies- senden Wohngebäude festgehalten. Wie dem Text der Zeichnung ferner zu entnehmen ist, standen diese Gebäude auf dem ehemaligen Fürst- Liechtensteinischen Grundbesitz in Ebergassing bei Wien. Das dort befindliche Schloss, eine aus dem 16. Jahrhundert stam- mende Wasserburg, hat man durch diese Zubauten, die nach der Zeich- nung Delsenbachs jenseits des Wassergrabens errichtet wurden, in seiner Anlage beträchtlich erweitert. Die Baubestandteile dieses Renais- sancegebäudes lassen darauf schliessen, dass an seiner Stelle einmal eine romanische Burg stand. 89
        

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