für die Verwirklichung grosser Baupläne geeignet schien, veranlasste den Fürsten Anton Florian von Liechtenstein im Jahre 1713 das Schloss umzubauen. Als fast gleichzeitig in dem benachbarten Feldsberg das Schloss umgebaut wurde, arbeitete Ospelt am Neubau von Wilfersdorf. Die Stelle in dem schon zitierten Schreiben Ospels vom 20. November 1713, die uns zum ersten Male von dem Wilfersdorf er Projekt berichtet, lautet: « . . . . dem Wüllferstorffischen Prospect aber wegen dess grossen Schnehess biss selbiger wüder vergangen, nichts daran arbeiten werde kennen». Der kurze Text besagt, dass Ospel damals durch starke Schnee- lage verhindert war, den Entwurf des Neubaues fertigzustellen. Die Vollendung desselben zögerte sich ungefähr bis zum Jahr 1715 hinaus. Das Projekt betraf, ähnlich wie in Feldsberg, die Umwandlung einer Renaissanceburg in ein barockes Schloss. Erst am 20. April 1715 wird uns wieder darüber berichtet. Die Nachricht ist aus einem Brief des Oberbuchhalters Schallamayer an den Fürsten Anton Florian zu ent- nehmen. Schallamayer schreibt, dass Ospel in Wilfersdorf gewesen sei « . . . . das künftig vorzunehmende kommende Schlossgebäude besich- tiget ...» habe. Laut dieser Mitteilung hat der Architekt damals noch an seinem Entwurf gearbeitet. Am 10. Mai darauf teilte der Fürst dem Oberbuchhalter mit, dass der Entwurf Ospels von ihm unterschrieben worden sei. Einen anderen Beweis für den späten Baubeginn beinhaltet eine Urkunde vom 15. Mai 1715. Es ist dies ein Brief des Fürsten an den Ingenieur Johann Gilbert, in dem der Schreiber seine Ungeduld ausdrückt, da man mit dem Bau noch nicht begonnen hatte, und den Befehl erteilt, diesen so schnell wie möglich in Angriff zu nehmen. Der Name des Ingenieurs Gilbert taucht wiederholt in den Liechten- steinischen Bauakten auf. Es handelt sich vermutlich bei ihm um einen Architektengehilfen, der Ospel auf den Baustellen vertrat. Gerade wäh- rend des Wilfersdorfer Baubeginnes hielt sich der Architekt hauptsäch- lich in Feldsberg auf, so dass es aus technischen Gründen notwendig war, ihm einen Gehilfen zur Seite zu stellen, der in seiner Abwesenheit die Bauarbeiten leitete. Bis zum 20. April 1716 setzt die schriftliche Überlieferung der Baugeschichte aus. Eine Zeitlücke von sechs Monaten lässt uns im Unklaren über den weiteren Fortgang des Baues. In einem darauffolgenden Brief äussert sich der Fürst mit Zufriedenheit über einen von Ospel entworfenen Riss. Der einzige nähere Hinweis auf den 83
        

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