unterstand er dem berühmten Theaterarchitekten Ferdinande» Galli- Bibiena, dessen Kunst in Ospels frühen Werken sichtliche Spuren hin- terlassen hatte. Während der spanischen Reise begegnete Ospel zum erstenmale seinem späteren Bauherrn Anton Florian von Liechtenstein, welcher als Premierminister König Karls III mit in dieses Land gereist war. 1711 kehrte der Architekt mit dem Hofstaate nach Wien zurück und übernahm zwei Jahre später die Bauleitung über die Liechtenstei- nischen Schlösser Feldsberg (Tschechoslowakei) und Wilfersdorf (Nie- derösterreich) sowie über ein Reitschulgebäude in Ebergassing (Nieder- österreich). Bis 1721 war Ospel fast ausschliesslich nur für das Fürsten- haus tätig. Später löste er sein Dienstverhältnis zu den Liechtensteinern und wurde Zeugwart und Stuckhauptmann der Stadt Wien. Seine Tätig- keit als Architekt setzte er aber dennoch fort. Er schuf in Wien eine Zahl sehr bedeutsamer Bauten, von denen das bürgerliche Zeughaus am Hof als seine reifste Schöpfung angesehen werden muss. In diesem Haus starb Anton Johann Ospel im Jahre 1756, im Alter von 79 Jahren. FELDSBERG Baugeschichte Zu den ältesten Ansichten des Schlosses zählt eine Abbildung, die im Jahre 1672 in Vischers Topographie von Niederösterreich erschienen ist. (Tafel I. Abb. a). Sie zeigt das Schloss, bestehend aus vier in einer Achse liegenden rechteckigen Höfen, die sich aus dem Vorgängerbau, einer romanischen Burg, entwickelt hatten. Der viereckige Turm im rückwärtigen Trakt des letzten Hofes ist noch ein Überrest der mittel- alterlichen Burg, welche in der 2. Hälfte des elften Jahrhunderts auf dem Feldsberger Hügel errichtet wurde. Im Jahre 1192 wird die Burg Feldsberg zum ersten Male urkundlich •erwähnt.1) Als Besitzer nennt die Urkunde Wichard von Seefeld. Im Laufe des 13. Jahrhunderts wird die Burg Eigentum der Kuenringer. Nach der Schlacht bei Dürnkrut am 26. August 1278 führte Heinrich von Kuenring den siegreichen König Rudolf von Habsburg auf sein Schloss Feldsberg. ') Vgl. Hans Anderka: Unsere Heimat Feldsberg. Göppingen 1956, Seite 7, 23. 70
        

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