Den Text schrieb Pfarrer J. Heinr. Witschel kurze Zeit vor 1800; die Melodie dürfte um 1820 herum entstanden sein. Ein Abdruck erübrigt sich an dieser Stelle, weil das Lied fast in allen älteren Liederbüchern aufscheint.13) Die Brücke zur Gattung der erzählenden Lieder mag ein neuerer Gesang bilden, der in den Rheingegenden beheimatet zu sein scheint. Wir finden das Lied auch in manchen handschriftlichen Liederbüchlein Vorarlbergs. Es erweckt den Eindruck, als ob es sich hier um eine «entschärfte» Verführungsgeschichte handle. Es gab mitunter Zeitläufe, in denen die Prüderie Triumphe feierte. So naiv wie der Text ist auch die Weise: denkbar einfach aber gut sangbar:10) 1. Ein Schäfermädchen saß im Grünen und pflückte sich der Blumen viele; sie dachte wohl in ihrem Sinn: O, wär ich eine Jägerin ! 2. Als sie nun so saß in Gedanken, da kam ein Jäger um die Ranken; er sah sie an und sie ihn auch: Mein Kind, du bist des Jägers Braut! 3. Er setzte sich zu ihr nieder und küßte sie und sie ihn wieder; er fragte sie dann so geschwind: Wo wohnest du, mein holdes Kind ? 4. Er führte sie dann durch die Fluren und zeigte ihr die schönsten Blumen; er führte sie zum Traualtar, wo beide freudig sprachen: Ja ! In allen deutschen Gauen war einstmals sehr verbreitet das Lied vom edlen Räuber Rinaldo Rinaldini und seiner treuen Braut Rosa. «Gangsterliebchen» würde man sie heute nennen ! Der Text entstammt einem Erfolgsroman von Goethes Schwager Christian Aug. Vulpius 1800. Das Lied beginnt mit den Worten: 61
        

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