ten sich die Lieder länger. Mittelalterliches Liedgut findet man heute nur noch bei den Bewohnern deutscher Sprachinseln im ehemaligen Ungarn und in Krain. Begreiflich, dass diese ausgewanderten Schwaben mitten in fremdsprechenden Völkern ihr vor 200 Jahren mitgebrachtes Liedgut wie einen kostbaren Schatz hüteten, umsomehr, da sie aus der Heimat kaum mit neuen Liedern bedacht wurden. Wie steht es nun mit dem Volkslied in Liechtenstein ? Schaan, Vaduz und Triesen dürften wohl als Durchzugsgebiete zu betrachten sein, während die entlegeneren Landgemeinden als Rückzugsgebiete gelten dürften. Es ist wohl kein Zufall, dass die Melodie zum Alpsegen in Balzers aufgezeichnet werden konnte. Und Alfred Hemmerle stammte aus Triesenberg. Auf beide werden wir noch zurückkommen. Ab- schliessendes kann hiezu nicht gesagt werden, da es bisher an Vor- und Einzeluntersuchungen fehlt. Beim Durchmustern der Jahrbücher des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein fällt auf, dass nur selten Mitteilungen über das musikalische Volksgut der Bevölkerung aufscheinen. Im 16. Jahrbuch findet sich eine grössere Arbeit von Dr. A. Schädler über «Liechtensteinische Volksbräuche und Volkssagen», in der auch einige Lied- und Tanzstrophen sowie Kinderliedchen Platz fanden. Im Jahre 1931 veröffentlichte Hof rat August Mayr ein «Hirtenave aus Liechtenstein», das unter geändertem Titel auch in der Wiener Zeitschrift für Volks- kunde erschienen ist.:i) In beiden Zeitschriften fehlten aber die Melo- dien. Erst sechs Jahre später gelang es Prof. Dr. Georg Kotek aus Wien, in Balzers dem Sennen David Büchel die dazugehörige Weise zu ent- locken. Der erste Abdruck der Melodie — natürlich auch mit den schönen Worten des Abendsegens — erfolgte 1938 in einer Wiener Fachzeitschrift. Später finden wir sie auch in Büchern.4) Dr. Kotek hat ausserdem «Volkslieder aus dem Fürstentum Liechtenstein» aufge- zeichnet und veröffentlicht; es sind dies die übermütigen Liedchen: 50
        

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