die Schüler des früheren bis 1773 bestehenden Jesuitenkollegs in Feldkirch auf dem sogenannten «Sturnenbüchel» (etwas unterhalb des heutigen Gast- hauses «Schönblick» auf Amerlügen) einen mächtigen Steinhaufen». Eine weitere Stelle im gleichen Werke befasst sich ebenfalls mit Uli Mariss und zwar auf Seite 216. Es heisst dort: «Beim Kreuzgang am Dienstag in der Bittwoche werden noch heutigentags vor dem Ried im Angesicht des Schlachtfeldes von 1499 die fünf Vaterunser für die damals Gefallenen gebetet. Früher wurden bei diesem Anlass auch noch die Namen derselben, darunter auch der 57 erschlagenen Walser, verlesen; auch der Name des damaligen Verräters Uli Mariss «zu Schaan ob der Kirchen» wurde jedesmal brandmarkend erwähnt.8) 8) Vgl. St. Apollonis-Brudersch. Büchl., S. 8 f.». c) Im Büchlein «Vom Arlberg zum Bodensee», ein Vorarlberger Heimatbuch, ausgewählte Erzählungen von Josef Wichner, Wien 1914 schildert der Verfasser die Verrätertat des Uli Mariss auf eine recht poetische Art. Auf Seite 81 sagt er u. a. wörtlich: «Ein Ansturm der Schweizer auf die gute Wehr wurde von den Verteidi- gern kaltblütig zurückgeschlagen und die Feinde, welche die Stellung unein- nehmbar hielten, wollten bereits wieder abziehen, um den Kampf an günsti- gerem Ort zu versuchen. Da liess sich ein altes, dünnes, grinsendes, buckliges Bäuerlein, dem Geiz und unersättliche Habgier ins Gesicht geschrieben waren, in stockdunkler Nacht durch die ausgestellten Wacher, zum Hauptmann Wolleb führen und sagte: «Hi, hi, ich wüsst' ihn schon, den Weg über's rauhe Gebirg in den Rücken der Walgauer und Walser, wenn ich ihn zeigen dürft ohne dass meine Landleute, die zum Bund geschworen haben, mich totschlagen täten und wenn ich auch gut bezahlt werden tät!» — Da sagte der Feldhauptmann: «Wieviel begehrt Ihr so Ihr uns eines sicheren Weges verweist?» — «Nichts weiter», grinste das Männlein, «als einen Hut voll glänzenden Goldfüxlein und . . . ewiges Schweigen ! Verspricht ihr mir das, so geh ich morgen den Drei- schwesternberg hinan und durchs Saminatal hinaus, um Enzianwurzeln zu graben zu einem guten Schnapse, und wenn ich alle zwei Schritte ein Böhne- lein verliere aus dem Sacke, der mir als Kunstbuckel auf dem Rücken lastet, ei, so hat halt der Sack zufällig ein Loch .. . Was kann ich dafür ? Ich werd' doch nicht zurückgehen und die dummen Bohnen aufklauben, hi hi ?» Obschon der Hauptmann über den elenden Verräter entrüstet war, so meinte er doch, den sich bietenden Vorteil nützen zu müssen. Er nickte also dem Schurken zu und stieg am folgenden Tage an der Spitze einer auserlesenen Schar der Bohnenspur folgend, auf schwindelndem Bergpfad ». 41
        

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