Die gräfliche Linie Gräfin Marie Kinsky, die Braut von Erbprinz Hans Adam, stammt, wie wir gesehen haben, aus der fürstlichen Linie des Hauses Kinsky. Auch die Geschichte der gräflichen Linie ist für uns von Interesse, stammt doch die Mutter unserer Landesfürstin, Nora Gräfin Wilczek, als Tochter des Grafen Zdenko Kinsky aus dieser Linie. IM KRIEGSDIENST Noch ausgeprägter als in der fürstlichen Linie sind die militärischen Leistungen von Angehörigen des gräflichen Zweiges in den Kriegen zu Zeiten der Kaiserin Maria Theresia und den Kämpfen gegen Napoleon. Josef Graf Kinsky (geb. 1731) war ein Sohn des Begründers der gräflichen Linie. Als Reiteroffizier bewährte er sich in mancher Schlacht, und besonders trug er als Kommandant eines Dragonerregimentes in der Schlacht von Kunersdorf entscheidend dazu bei, dass die verbün- deten Österreicher und Russen dem Preussenkönig Friedrich dem Gros- sen seine schwerste Niederlage bereiten konnten. Der Graf wurde für persönliche Tapferkeit mit dem Ritterkreuz des Maria-Theresien-Ordens ausgezeichnet und von Kaiser Joseph IL, der ihn sehr schätzte, mit der Reform des Kavalleriewesens betraut. Im letzten Lebensjahrzehnt wurde er zum Feldmarschall befördert, und schliesslich erhob ihn der Kaiser zum höchsten militärischen Amte, indem er ihn zum Präsidenten des Hofkriegsrates ernannte. Sein 
Bruder Graf Franz Joseph (geb. 1739) verkörpert den Typ des wissenschaftlich gebildeten Militärs. Zwar stand er mit Auszeichnung im Kriegsdienst und wurde Feldzeugmeister, aber er ist in der öster- reichischen Militärgeschichte bekannter als Direktor und Reformator der berühmtesten Offiziersschule, der Militärakademie in Wiener Neu- stadt. Auf weiten Studienreisen besuchte er die hervorragendsten Schu- len seiner Zeit, unter anderem auch die Erziehungsanstalt Salis zu Mar- schlins und die Schule Pestalozzis in Neuhof. Gross ist die Zahl der Schriften mit hauptsächlich pädagogischem Inhalte, die der feingebil- dete Offizier und Humanist verfasst hat. 31
        

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