Töchter hervor. Der Fürst widmete sich in erster Linie der Modernisie- rung des grossen landwirtschaftlichen Güterbesitzes, errichtete Zucker- fabriken und baute die drei vorhandenen Brauereien aus. Der Fürst war (was als Familieneigenschaft bezeichnet werden darf) ein begeisterter Anhänger des Pferdesportes und starb im Alter von siebzig Jahren an den Folgen eines Sturzes vom Pferde. Der älteste 
Sohn, Fürst Carl (geb. 1858), wandte sich der diplomati- schen Laufbahn zu, die ihn in die bedeutendsten Hauptstädte Europas führte, und er schloss seine Karriere mit dem Range eines Gesandten und bevollmächtigten Ministers ab. Wie sein Vater war er Mitglied des österreichischen Herrenhauses und Ritter des Ordens vom Goldenen Vliesse. Eine sportliche Leistung des Fürsten erregte Aufsehen und ist auch heute in England noch nicht vergessen: Als einziger Ausländer überhaupt, der auf eigenem Pferde ritt, gewann er das schwerste Hin- dernisrennen der Welt, die Grand National Steeplechase. Im Jahre 1914 meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst und wurde reitender Ordonnanzoffizier an der russischen Front. 1919 starb Fürst Carl an den Folgen einer Erkrankung, die er sich in den Sümpfen Russlands zugezogen hatte. Er hinterliess keine Kinder. Der zweite 
Sohn Rudolf Ferdinand Fürst Kinsky (geb. 1859) führte im Gegensatze zu dem Weltbürger Carl mehr das Leben eines Land- edelmannes. Er heiratete Gräfin Marie Wilczek, und aus der Ehe ent- sprossen sieben Töchter. Trotz seines Alters machte er den ersten Welt- krieg als Ordonnanzoffizier von Anfang bis zum Ende mit. Durch die sogenannte Bodenreform der ersten tschechoslowakischen Republik ging der grösste Teil seines böhmischen Besitzes verloren. Fürst Rudolf starb im Jahre 1930, bald nach Vollendung seines siebzigsten Lebens- jahres. Der jüngste 
Sohn, Ferdinand Vinzenz Graf Kinsky (geb. 1866), der Grossvater der Braut unseres Erbprinzen, war mit Aglae Prinzessin Auersperg verheiratet, der jüngsten Tochter des Prinzen Adolf Auers- perg, der unter Kaiser Franz Josef österreichischer Ministerpräsident gewesen ist. Von seinem Vater erbte er die Herrschaft Horaschdiowitz in Böhmen, die dann auf den Vater von Gräfin Marie übergegangen ist. Er schlug zuerst die militärische Laufbahn ein, trat dann in den Hof- 26
        

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