Die fürstliche Linie IM KRIEGSDIENST FÜR ÖSTERREICH UND DAS REICH Da der Sohn des Fürsten Stefan Wilhelm schon drei Jahre nach dem Vater starb, ging die Fürstenwürde auf Franz Ulrich, Sohn des Grafen Philipp Josef, über. Fürst Franz Ulrich (geb. 1726) war wie Fürst Josef Wenzel von Liech- tenstein einer der tüchtigsten Offiziere der Kaiserin Maria Theresia. Als Oberst kämpfte er in den Schlachten bei Lobositz, Kolin und Hoch- kirch und erhielt 1758 die höchste Tapferkeitsauszeichung für Offiziere, den neugegründeten Maria-Theresien-Orden. Nach dem Tode Josef Wenzels von Liechtenstein wurde er dessen Nachfolger als Generalartil- leriedirektor, und mit der Beförderung zum Feldmarschall erhält er den höchsten militärischen Rang und mit dem Orden vom Goldenen Vliess die höchste Auszeichnung, die das Haus Habsburg zu vergeben hatte. Sein 
Enkel Fürst Ferdinand, 1781 geboren, starb schon mit 31 Jah- ren, aber nach einem im Dienste des Vaterlandes reich erfüllten Leben. Als Napoleon 1809 in Österreich einfiel, wurde zur Landesverteidigung die böhmische Landwehr gegründet, und er wurde Major dieser Truppe, die nur für den Dienst im Heimatlande ausersehen war. Napoleon rückte gegen Wien, und es erging ein Aufruf an die Landwehrmänner, die Hauptstadt verteidigen zu helfen. Weil Fürst Ferdinand erklärte, mit ins Feld zu ziehen, meldete sich sein ganzes Bataillon freiwillig, wohl ein Beispiel höchsten menschlichen Ansehens, das ein Komman- dant erreichen kann. Als «Legion Erzherzog Karl» focht es in den Schlachten von Regensburg, Aspern, Wagram und Znaim. Bekanntlich entschied Fürst Johannes I. von Liechtenstein als Gene- ral der Kavallerie durch sein Eingreifen die Schlacht von Aspern, die zur ersten Niederlage Napoleons wurde. An diesem Kampftage be- obachtete der österreichische Oberkommandierende Erzherzog Karl den Heldenmut der böhmischen Landwehrleute und verlieh dem jungen Major Fürst Ferdinand auf dem Schlachtfelde, ohne einen Beschluss des Ordenskapitels abzuwarten, den Maria-Theresien-Orden. 24
        

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