DER GEIST IM KESSI 126 Eines Tages musste der Senn der Alpe Gapfahl mit dem Molken- wagen Butter und Käs nach Mäls bringen, was sonst Aufgabe des Misters gewesen wäre, aber dieser war krank. So hatte der Zusenn die Aufgabe zu käsen. Er rührte fest mit dem Flügel im Kessi, und als er wacker am Werke war, bildete sich statt Käse die Form eines Menschen. Als der Zusenn aber richtig hin- sah, bemerkte er die Gestalt eines Teufels mit Hörnern. Nun legte er erst recht kräftig Holz nach, und der Teufel wurde brandschwarz. Mit allem Mut rührte er noch einmal, da wurde der Teufel lebendig, fuhr aus dem Kessi und sprang zur Tür hinaus. Der Zusenn wollte ihm noch nachschauen, aber er sah nichts mehr. Als der Küher vom Trei- ben kam, erzählte er, was sich zugetragen hatte, aber der glaubte ihm kein Wort. Nach drei Tagen starb der Zusenn plötzlich. DER ERBLE-GEIST 127 In einem Haus im Erble wohnte eine Familie nicht gern, denn jeden Abend erschien ein Geist. Schliesslich wurde es den Leuten so unheimlich, dass sie das Holzhaus abbrachen und an einer anderen Stelle wieder aufrichteten, um dem Geist zu entgehen. Als sie die letzte Habe zum Hausplatz trugen, da schlich der Geist hinter ihnen her und sprach: «Ihr habt Hüder und Gmüder, und ich komme auch mit hinüber». Wirklich und wahrhaftig hatten sie den Geist wieder im Hause, und die ganze Arbeit war umsonst getan. DER VERBANNTE GERBE-TÜFEL 128 In der Triesner Gerbe hauste vor vielen Jahren ein Geist. Man nannte ihn den Gerbetüfel, und er war der Schrecken der Bauern. 98
        

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