VII. Im Reich der Geister Wie viele Geistergeschichten wurden doch früher erzählt, mit Vor- liebe besonders in der Alp oder sonst bei nächtlichen Zusammenkünf- ten ! Unsere Geschichten von Geistern sind solche Berichte, Begegnun- gen mit dem Jenseitigen, in der sich die Welt des Tages und der Arbeit mit der dunklen Welt der Nacht und des Drüben begegnet. Die Sagen unseres Kapitels bleiben am Ende rätselhaft, es wird keine Erklärung gegeben, der Geist verschwindet oft einfach. Geister der Abgeschiedenen begegnen dem Menschen, und in manchen alten Häusern gibt es eigene Hausgeister; Tiere unheimlicher Art bedrohen den Wanderer. Die Alp, der Friedhof, der Wald, eine Kapelle oder eine Burg sind Stätten der Begegnung. Der eine sucht sein Heil in der Flucht, der andere ruft Gott an oder findet die Kraft des Gebetes und des Weihwassers. Nicht selten wird der Geist gebannt, an irgendeinen Ort, wo er nicht schaden kann, und bei uns sind die Patres Kapuziner die beliebten Geisterbanner. Manch- mal verschwindet der Geist einfach und kehrt nicht wieder. Der geschwollene Kopf nach einer Begegnung, einem Gespräch ist oft das Zeichen und der Beweis des Geisterhaften, Unheimlichen. Nicht selten ist der Tod die Folge des Zusammentreffens mit dem Geiste, ohne erklärbaren Grund, ohne Schuld. «Nach drei Tagen starb er», heisst es nur. Freundliche Geister sind selten, und wir denken bei diesem Kapitel wie bei unseren Sagen überhaupt, wie bedrückt und bedroht doch das Leben vielen Menschen früher erschienen sein muss von dunklen Ge- walten, über die sie keine Macht hatten. Es blieb das Gebet und die Hoffnung auf das Jenseits. Die einfachen Geistergeschichten, wie wir sie in diesem Kapitel finden, werden noch heute dann und wann erzählt, und es sind Proben aus einem wohl noch reicheren Bestand. 93
        

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