DEN FINGER VERBRANNT 74 In Balzers zog eine Frau den Butterkübel, aber es wollte nicht scheiden. Ihr Mann sass daneben am Tisch, nahm zufällig einen Stroh- halm und störte im Docht des Kerzenlichtes, das vor ihm stand. Da kam es auf einmal zu scheiden, des anderen Tages aber kam die Tochter der Nachbarin und bat um etwas Butter für ihre Mutter, die habe sich gestern den Finger verbrannt. DIE SENNEN VON GRITSCH UND GAPFAHL 75 Es waren einmal zwei Sennen in Gritsch und Gapfahl, die hatten immer miteinander Streit. Der Gritscher machte dem Gapfahler das Vieh rückig; wenn es im Stafel gemolken werden sollte, riss es sich los und sprang wie wild über alle Halden davon. Dreimal warnte der Gapfahler seinen Gegner, und dreimal wieder- holte sich der Zauber. Da riss ihm die Geduld. Er nahm die Leder- schürze ab, die er bei der Arbeit trug, breitete sie auf einem Holzstock aus und stach mit aller Kraft hinein. Im gleichen Augenblick fiel der Gritscher Senn tot um, ins Herz gestochen. DAS ENDE DES ZAUBERERS 76 In Mauren lebte einmal auf Steinbös ein Holzfäller, der täglich den weiten Weg auf den Maurerberg zurücklegte, um dort seine schwere Arbeit zu verrichten. Er schloss mit dem Teufel einen Bund, und der gab ihm einen Haselzweig. Mit dieser Zauberrute konnte er von jetzt an ohne jede Mühe die schwersten Stämme ins Tal herunterzuriesnen, er brauchte sie nur zu lenken. Einmal war der Holzer mit Burschen und Mädchen zusammen beim Türkenausscheefern. Da klopfte es ans Fenster. Ein Bursche ging hinaus, 71
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.