DER UNHEIMLICHE SPIELMANN 69 In Eschen war ein Spielmann, dem Gotteslästern ergeben und in Verdacht, ein Hexenmeister zu sein. Als er einmal in der Fasnacht zum Tanze aufspielte, rief er den jungen Burschen zu: «So tanzet alle zu- sammen in tausend Teufel Namen !» Wütend riss ihm ein Tänzer den Fiedelbogen aus der Hand, zer- brach ihn in Stücke und warf ihn zum Fenster hinaus. Später bekennt der Geiger auf der Folter, dass er nahe bei seinem Hause im Widum oberhalb des Pfrundgutes der Pfarrei einen Hexen- tanz gehabt habe. ZIGEUNERKÜNSTE 70 In Ruggell hatte ein Bauer Unglück im Stall, und zudem konnte er nicht schmalzen, jahrelang nicht. Da kamen einmal Heiden (so nannte man früher die Zigeuner) und blieben bei ihm über Nacht. Darunter ein Weib, das erklärte dem Bauern: «Du wirst kein Glück haben, solange dein Stall steht, aber es gibt ein Mittel: Nimm eine Schaufel und grabe dort, wo ich es dir zeige». Der Bauer grub unter der Stalltür und fand ein Büschel ver- schiedener Haare, so gross wie ein Ei, und darin ein Knöchelchen eines unschuldigen Kindes. Nun sagte die Zigeunerin, sie müsse es hintragen, wo es hergekom- men sei. Daraufhin ging sie fort, und der Bauer schlich ihr nach. Er sah, wie sie zum Hause der Frau schritt, die er schon lange im Ver- dacht gehabt hatte, ihm den Schaden zu stiften. MÄUSE MACHEN 71 Es war eine der Hexenkünste, Mäuse zu machen und durch sie Schaden zu stiften. 69
        

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