DER SCHWARZE HUND 49 Einmal tat ein Mann einen falschen Eid, aber zu seinen Lebzeiten merkte es niemand. Als er starb und man ihm die Nachtwache hielt, erschien unter seinem Bett ein schwarzer Hund, der im ganzen Haus herumtobte. Zur Beerdigung trug man den Sarg hinaus. Da folgte der Hund bis zur Gartentür und verschwand dort spurlos. VERFLUCHT SEI DER ZYPRIO 50 In alten Zeiten war die heutige Alpe Lida eine Bauernsiedlung, die zur Gemeinde Balzers gehörte. Wenn die Bauern dort oben auch nicht viel Ackerbau treiben konnten, so hatten sie doch gute Zeiten, denn auf den saftigen Bergweiden wuchs ein Kraut, das beste Futter für die Kühe, die unheimlich viel Milch gaben, wenn sie den Zyprio frassen. Das Lidner Jungvolk vergnügte sich öfters im Dorf unten beim Tanz, und wie es auch heute ist, es verging ihnen die Zeit viel zu rasch. Lange, bevor sie müde waren, mussten sie zum Melken gehen, denn der reiche Milchsegen zwang sie dazu. Da entschlüpfte einmal einem jungen Burschen der Fluch: «Verfluacht und verdammt sei dr Zyprio, ma muass vom Tanzan aweg gi melcha go•!» Dieser Fluch hatte böse Folgen, denn von diesem Augenblicke an frassen die Kühe das Wunderkraut nicht mehr, und vorbei war es mit dem Milchreichtum. 54
        

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