Die junge Bäuerin liess einen Kapuziner kommen. Diesem erschien der Geist des Verstorbenen im Stall, und der Kapuziner versuchte, ihn ins Lawenatobel zu bannen, doch als er dort ankam, war der Geist nicht mehr bei ihm. Als er zum Stall zurückging, stand er vor der Türe. Der Kapuziner fragte ihn: «Warum lässt du die Menschen und das Vieh nicht in Ruhe ?» Er gab zur Antwort: «Die Zeit meiner Erlösung wäre nun da. Schenkt den Boden der Gemeinde oder verwendet ihn zu guten Zwecken». Die Tochter war aber nicht einverstanden, denn sie glaubte an das alles nicht. Von jetzt an konnte man überhaupt kein Vieh mehr drin lassen, und der Geisterstall, zwischen' Triesen und Balzers gelegen, blieb unbesetzt. DAS BERGI-WIEBI 28 Auf Bergi, so sagen die Triesenberger zur Alpe Bergle, lebten in ganz alter Zeit noch Bauern. Da war auch ein Weiblein, das ein Kind be- kam, von dem es nichts wissen wollte. Es stieg vom Bergi herunter mit dem Kinde und einer Haue, und durch den Steg ging es dem Valorsch zu. An einer einsamen Stelle grub es ein Loch, legte das Kind hinein und deckte es zu. Die schreckliche Tat blieb nicht ungestraft. Bald starb das Wiebli, und es muss seine Schuld sühnen, wo sie begangen wurde: Jede Nacht muss es vom Bergi hinuntersteigen und mit der Haue in der Hand ins Valorsch hineingehen, an die Stelle, wo es sein Kind vergraben hat, auf ewige Zeiten. EINES HEIMKEHRERS LETZTER GANG 29 Ein Plankner, der nach Amerika ausgewandert war, kehrte nach langen Jahren wieder in die Heimat zurück. Im Nendler Gasthaus machte er einen letzten Halt, um sich zu stärken, bevor er dem Heimat- dorfe zuschritt, und er freute sich auf das Wiedersehen. Als er beim Zahlen seine vollgespickte Geldbörse zog, beobachtete ihn ein anderer Gast und beschloss, ihn zu ermorden und auszurauben. 42
        

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